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07.11.2021

Frauenjournal

Frauen erkranken oft anders als Männer

Der Medizinbereich sollte nicht geschlechtsneutral sein – lange Zeit wurde aber genau dieser wichtige Aspekt vernachlässigt. Für Frauen hat das mitunter negative Auswirkungen, denn sie haben unterschiedliche Anforderungen und Bedürfnisse als Männer.

Frauengesundheit rückt jetzt mehr in den Fokus. Foto: iStock

Noch immer hat die Genderperspektive nicht jenen Stellenwert, den sie haben sollte – denn zwischen Frauen und Männern gibt es zum Teil gravierende Unterschiede hinsichtlich ihrer Erkrankungen und Beschwerden. So äußern sich die Symptome bei Frauen im höheren Lebensalter bei einem Herzinfarkt anders als bei Männern. Neue Erkenntnisse zeigen auch, dass Angsterkrankungen, Entzündungen, Schlaganfälle oder etwa Nieren- und Leberfunktionsstörungen geschlechtsspezifische Unterschiede aufweisen. Zudem sind Frauen gegen Infekte zwar meist besser gerüstet, dafür aber anfälliger für Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose oder Rheuma.

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Frauen zeigen häufig andere Symptome als Männer – das erfordert mehr Aufklärung. Foto: iStock

Ein weiterer Aspekt: Viele zugelassene Medikamente wurden vorrangig an Männern getestet, Frauen reagieren daher oft anders darauf und würden eine kleinere Dosis benötigen. Aber auch hormonelle, soziokulturelle und psychosoziale Aspekte der Geschlechter müssen hier berücksichtigt werden. So sind Frauen häufig einer enormen Mehrfachbelastung ausgesetzt, die erhöhten Stress auslöst und in weiterer Folge zu gesundheitlichen Problemen führt. In Niederösterreich wolle man daher künftig den Genderaspekt in die medizinische, therapeutische und Pflegepraxis verstärkt einfließen lassen und das Angebot auf die spezifischen Bedürfnisse von Frauen besser ausrichten. In diesem Zusammenhang wird seit einiger Zeit über die Errichtung eines eigenen Frauengesundheitszentrums in Niederösterreich diskutiert.

Diagnose Brustkrebs: Wie Betroffene Mut machen

„Eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. In Niederösterreich trifft dieses Schicksal etwa 1000 Frauen pro Jahr“, so Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig. Die Brustgesundheitszentren in St. Pölten, Wiener Neustadt und Mistelbach verzeichnen großen Zuspruch, dennoch müsse man weitere Angebote in Betracht ziehen.

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Genderspezifische Unterschiede müssen in der Forschung und in der Praxis künftig viel mehr berücksichtigt werden! Foto: iStock

Ein wichtiger Punkt ist hier vor allem der Zugang zu bestmöglicher Information, Betreuung und Nachsorge. Man wisse aus einer Umfrage, dass etwa Beratungsangebote und auch die Möglichkeit zu Gesprächen und gemeinsamen Freizeitaktivitäten für viele Betroffene, die an Brustkrebs erkrankt sind, sehr wichtig seien. Weit oben steht auch der Wunsch nach telefonischer Beratung, da der Weg in eine Beratungsstelle während der Erkrankung oft nicht möglich sei.

Ebenso spreche sich die Mehrheit für Beratungs- und Begleitmöglichkeiten während der ambulanten Therapien oder bei Kontrolluntersuchungen aus, da die psychische Belastung an diesen Tagen sehr groß sei. Tipp: Im Zuge der Wanderausstellung „Krebs & Kraft“ zeigen sich zwölf Frauen aus Niederösterreich an ihrem „Lieblingsplatzerl“. Sie erzählen von der Krebs-Diagnose, ihren Erfahrungen und wie sie Energie und neue Kraft tanken. Zu sehen ist die Schau noch bis 19. November im ArbeitnehmerInnenzentrum (ANZ) AK St. Pölten, vom 20. November bis 1. Dezember im Citycenter Amstetten und vom 10. bis 22. Jänner 2022 im Weinviertel (Einkaufs-zentrum G3 in Gerasdorf).