Das freie Wort

Eine Tragödie und keine Lösung

Israel und die Palästinenser – eine Tragödie und keine Lösung? Es ist eine Tragödie von biblischem Ausmaß, und Lösungen scheinen unerreichbar zu sein. Diese Tragödie erinnert an die Geschichte von Kain und Abel, allerdings werden Zehntausende in tödliche Mitleidenschaft gezogen; unschuldige Menschen, Männer, Frauen, Kinder, zahllose Unbeteiligte. Die Geschichte beginnt in Europa. Eines der größten Verbrechen der Menschheit: der Mord an sechs Millionen Jüdinnen und Juden sowie die Unterdrückung, Demütigung und Vertreibung von zahllosen anderen Menschen, deren einziger „Fehler“ es war, jüdisch zu sein. Die Entscheidung, den Überlebenden dieser beispiellosen Katastrophe ein eigenes Land zu geben, in dem sie vor Verfolgung sicher sein konnten, war deshalb ein absolut nachvollziehbarer Plan. Ein „Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“ klingt bestechend, beweist aber die Naivität und Blauäugigkeit der Protagonisten. Es sollte sich als eine der Wurzeln der folgenden jahrzehntelangen Konflikte herausstellen. Eine zweite Wurzel für die unlösbar scheinende Konfliktsituation ist die über weite Strecken gemeinsame Geschichte der beteiligten Völker, die in grauer Vorzeit beginnt und die noch lange nicht fertig geschrieben ist. Sie beginnt schon beim Stammvater Abraham. Sie sind also „Brüder“, wenn auch im weitesten Sinne. Das erklärt paradoxerweise auch die scheinbare Unversöhnlichkeit der zerstrittenen Kämpfer, die Leib und Leben, auch von Unbeteiligten, nicht schont. Und doch liegt hier auch der Keim einer Lösung, aber sie erfordert schmerzhafte, große Schritte von allen Beteiligten. Welche? Der erste Schritt muss die Erkenntnis sein, Brüder zu sein, wenn auch scheinbar auf den Tod verfeindet. Wir müssen einfach erkennen, dass wir zwar sehr verschiedenartig, aber als Brüder am Ende gleichwertig sind! Die eine Seite muss anerkennen, dass – was eigentlich selbstverständlich scheint – die andere Seite ein Existenzrecht hat, das Recht, in Frieden und im eigenen Land zu leben, wie immer das dann auch im Detail aussieht. So unmöglich es scheint, aber ein großes Versöhnungsprogramm muss der Anfang eines Projektes sein, das zu einer der großen Leistungen des Menschengeschlechtes werden kann, das sich über viele Generationen erstrecken und mehr als nur einen Friedensnobelpreis verdienen wird!

Dr. Anton Denz, Aldrans

Erschienen am Do, 18.9.2025

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