Das freie Wort

Per Sie oder doch schon per Du

Liebe Frau Dr. Senger! Mit Ihrer Sonntags-Kolumne bezüglich per Sie oder schon per Du schreiben Sie mir aus meiner Seele! Auch ich erlebe öfters diese Momente, „per Du“ angesprochen zu werden, und fühle mich dabei wie Sie sehr unwohl! Sind wir vielleicht zu klassisch erzogen worden oder zu wenig „cool“? Ich möchte in dieser Hinsicht aber wirklich nicht cool werden! Erst vor Kurzem wieder in einem Sportgeschäft hat mich bei der Begrüßung ein jüngerer Herr per Du empfangen. Kurz bevor ich das Geschäft verließ, habe ich diesen Herrn mitgeteilt, dass ich mit ihm nicht in die Schule gegangen bin und in Zukunft bitte per Sie angesprochen werden möchte, auch wenn es von der Geschäftsleitung vielleicht anders gewünscht wird! Ich habe ihm auch noch gesagt, dass das wirklich nichts mit meiner Sympathie gegen seine Person zu tun hat! Eigentlich habe ich mich indirekt dafür entschuldigt. Nachdem ich auch in der Öffentlichkeit stehe, muss ich da aber auch Ausnahmen machen. Wenn mich auf der Straße usw. wer erkennt, auf mich zugeht, meistens mit den Worten – „Hallo, Mr. Ferrari“ –, dann „verhabere“ ich mich halt, um mich nicht unsympathisch darzustellen! Das habe ich auch lernen müssen, aber dass freut mich ja dann wieder auch. PS: Noch zu Ihrer Info: Bin auch nicht auf Facebook und Co., sondern noch „klassisch“ auf „Herzbook“!

Heribert Kasper, per E-Mail

Erschienen am Mo, 30.9.2024

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