Gab mehrere Konzerte

Lehrer im Krankenstand feilte an Musiker-Karriere

Ausland
21.11.2025 22:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

Seit April ist ein Lehrer an einer Kölner Schule krankgeschrieben. Das hält den Mann aber nicht davon ab, an seiner Musiker-Karriere zu arbeiten. Für Konzerte in mehreren Städten und den Dreh eines Musikvideos war der Singer-Songwriter offenbar fit genug.

Seit Frühling stand der Lehrer, der an einer Kölner Gesamtschule Englisch und Musik unterrichtet, nicht mehr vor einer Klasse. Sein Gehalt bekam der Mann trotzdem ausbezahlt, das ist bei Beamten im Krankenstand so üblich. 

Der Lehrer aus dem deutschen Nordrhein-Westfalen schonte sich aber im Krankenstand offenbar nicht. Er soll Konzerte in mehreren deutschen Städten gespielt und ein Musikvideo aufgenommen haben, wie das Magazin „Der Spiegel“ berichtet. Der Lehrer schien sich keiner Schuld bewusst zu sein, denn er warb sogar auf seinen sozialen Kanälen für die Liveauftritte – für alle öffentlich sichtbar.

„Dürfte nachvollziehbar sein“
Der Anwalt des Lehrers erklärte, dass ein Amtsarzt die Arbeitsunfähigkeit bestätigt hatte. „Dass meinem Mandanten das Musizieren auch dann, wenn er arbeitsunfähig ist, gelingt und dass es sein Leben bereichert, dürfte nachvollziehbar sein“, verteidigte der Anwalt den Lehrer. Er hielt fest, dass sein Mandat kein professioneller Musiker sei und auch keine professionellen Konzerte gebe – das Musizieren sei ein Hobby. Für die Auftritte habe der krankgeschriebene Lehrer kein Geld bekommen, ihm seien nur „teilweise Fahrtkosten ersetzt“ worden.

Von der Bezirksregierung Köln hieß es zum „Spiegel“, dass der Lehrer „fortdauernd dienstunfähig erkrankt“ sei. Die Bezirksregierung wusste nichts von den Musiker-Auftritten des Mannes. Ihm war allerdings zuvor eine Nebentätigkeit für einen „geringen wöchentlichen Stundenumfang“ genehmigt worden. Besonders ärgerlich ist für die Lehrerkollegen des Mannes, dass die Stelle nicht nachbesetzt werden kann, solange dieser krankgeschrieben ist. „Es ist nicht fair, wenn Einzelne das System ausnutzen“, sagte eine Lehrerin der Kölner Schule.

Das ist nicht der erste Fall dieser Art. Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass ein Lehrer – ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen – mitten in seiner Krankschreibung bei zwei TV-Kochshows mitgekocht haben soll.

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