Das freie Wort

Spaß oder Freude in der Schule?

So ein Skandal, dass sich Eltern mit ihren Kindern beschäftigen sollen! Wo kommen wir denn da hin? Nur die Schule hat das zu tun! Die faulen Lehrer gehen mittags heim und überlassen ihre Schüler den Eltern. So oder so ähnlich argumentieren die selbst ernannten Experten, die zwar seit ihrer Schulzeit nie in einer Schulklasse waren, jedoch populistische Bücher schreiben und eine Art Kasernierung für Schüler und Lehrer von 8–17 Uhr in der ganztägigen Gesamtschule der 10- bis 14-Jährigen fordern. Diese gemeinsame Schule wird vielen Schülern nicht gerecht, denn die Begabteren werden zu Hilfslehrern für die Schwächeren gemacht, und die Lernschwächeren sind ohne Differenzierung sowieso überfordert und frustriert. Wenn in einer Gesamtschule keiner zu schlecht sein soll, darf natürlich auch keiner zu gut sein. Gleichheit als Ziel bedeutet Niveauverlust bzw. Nivellierung nach unten. Übrigens, Schüler mit Migrationshintergrund sind sowieso bis zu zwei Schuljahre im Verzug. Nicht der oberflächliche Spaß im Unterricht, sondern nur die Freude am Lernen und an der eigenen Leistung bringt Erfolg. Die ganztägige Aufbewahrung der Kinder im Schulgebäude macht sie nicht für das Leben fit, sondern nur hilflos, denn die Leidtragenden sind die guten Schüler. Die älteren Leser und Mitbürger werden sich noch erinnern, dass wir bis zur Schulreform Anfang der 1970er-Jahre die Volksschul-Oberstufe hatten. Das war nichts anderes als eine solche Gesamtschule. Die Problematik wird durch folgende Zitate erklärt: „Nichts ist ungerechter als die gleiche Behandlung Ungleicher.“ „Wir brauchen keine Schule, die alle gleich schlecht macht, sondern eine Schule, die viele Schüler unterschiedlich gut macht.“ Der lateinische Ausdruck „suum cuique“ heißt ja „jedem das Seine“ und nicht „allen das Gleiche“!

Mag. Anton Bürger, per E-Mail

Erschienen am Sa, 22.11.2025

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