Das freie Wort

Sommerpause

Unter Sommerpause verstehen die meisten entweder die langen Schulferien für Schüler und Lehrer oder eben den verdienten Urlaub von zumindest 5 oder gar noch mehr Wochen für alle Angestellten und Arbeiter in Österreich. Diese Freizeit ist allen zu gönnen, auch wenn es in den meisten Betrieben nicht möglich ist, die ganze Zeit auf einmal zu konsumieren. Das Wohl der Betriebe, von denen ja auch die finanziellen Ressourcen für die Beschäftigten abhängen, ist ja unbestritten auch ein wichtiger Faktor. Selbstständige und Freiberufler können da ein anderes Lied singen. Jeder freie Tag, ob Urlaub oder Krankenstand, geht finanziell zulasten des Einzelnen. Ja, und in der Politik gibt es auch ausgedehnte Sommerferien. Die Parlamente des Bundes und der Länder hatten viel Arbeit, um noch kurz vor der Sommerpause entsprechende Gesetze und Regelwerke zu verabschieden. Muss es immer so spät sein? Aber worüber rege ich mich eigentlich auf? Wir leben seit über zwei Jahren in einem permanenten Ausnahmezustand, zuerst die Corona-Pandemie (die uns noch länger begleiten wird), und seit einigen Monaten beherrscht der Krieg in der Ukraine Europa und die ganze Welt, bei dem ebenfalls kein Ende abzusehen ist. Und da gehen die Damen und Herren in der Politik auf „Sommerpause“? In der Krise gibt es keinerlei Begründung für diese Freizügigkeit! Diese Menschen wurden von uns (dem Volk!) gewählt, um nicht nur in sonnigen, sondern auch stürmischen Zeiten für unsere Heimat intensivst zu arbeiten. Die immer in den Medien gebrachten Streitgespräche im Parlament sind fehl am Platz. Es heißt zusammenzustehen, egal, ob Regierungs- oder Oppositionsparteien. Und Parlamentarier, die nicht ordentlich arbeiten, gehören ausgetauscht! Hat denn jemand schon etwas von Notstandsgesetzen gehört. Diese wären nötig, um die Energiekrise möglichst rasch in den Griff zu bekommen. Ich rede da nicht von Alternativen in 10–20 Jahren! Jetzt muss umgehend eingespart werden! Private Fahrten mit den Autos, Flugreisen etc. sind ab sofort einzuschränken, egal, ob Urlaub hin oder her. Österreich ist so schön, helfen wir unseren Betrieben im Land, und tragen wir nicht unser noch vorhandenes Geld ins Ausland! Und an die Politik noch ein Wort, hört endlich auf, Milliarden von Euros für alles Mögliche freizusetzen und zu versprechen. Diese Aktionen können das Ende der EU bedeuten, des Euros auf alle Fälle!

Othmar Wedam, Puchenau

Erschienen am Sa, 16.7.2022

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