Herr Seinitz hat in seiner harten Analyse durchaus recht: Europa ist schwach! Warum? Weil die Nationalstaaten das so wollen! Am Beispiel Corona: Das Gesundheitswesen ist nationale Angelegenheit. Als das Virus ausbrach, wollte Europa helfen, die betroffenen Länder lehnten diese Hilfe ab. Als die Nationalstaaten überfordert waren, wurde der Ruf nach Europa laut. Und obwohl Europa alles tut, was in seinen Möglichkeiten liegt, ist es immer noch zu wenig. Was lernen wir daraus? Wenn wir nicht in zersplitterte Nationalstaaten, kleiner als chinesische Provinzen, zurückfallen wollen, wie Herr Seinitz das zu Recht befürchtet, müssen wir Europa stärken. Und zwar sehr rasch, denn viel Zeit bleibt uns nicht mehr. Der chinesische Drache ist drauf und dran, uns zu überflügeln.
Christoph Leitl, Präsident der Europäischen Wirtschaftskammer, Wien.
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