Das freie Wort

Eine Gefahr für den Weltfrieden

US-Präsident Trump überrascht immer wieder mit spontanen überzogenen Reaktionen, die jegliche Vernunft und Besonnenheit vermissen lassen und den Weltfrieden immer wieder in Gefahr bringen. Er folgt damit einer altbekannten Tradition der USA. Die Vorherrschaft im Nahen und Mittleren Osten ist seit Jahrzehnten ein großes Anliegen der USA, und um in dieser Region Kriege vom Zaun zu brechen, war schon immer jedes Mittel gut. Im Vordergrund standen und stehen wirtschaftliche Interessen und die Befriedigung der Waffenlobby, der bei der Wahl des amerikanischen Präsidenten die Rolle des Hauptfinanziers zufällt. Bei seinem Amtsantritt hat Donald Trump versprochen, die Soldaten nach Hause zu holen, und hat seit dieser Ansage bereits wieder Tausende Soldatenleben seinem Machtrausch geopfert. Noch vor wenigen Tagen sagte er, dass er den Frieden liebe und wolle. Sein Befehl zur Tötung des iranischen Generals Soleimani war wohl kaum ein geeignetes Zeichen für seine „Friedensbemühungen“. Die USA haben es fertiggebracht, mit ihren Einmischungen und militärischen Interventionen den Nahen und Mittleren Osten, inklusive beachtlicher Teile von Nordafrika, zu destabilisieren und große Teile dieser Regionen zu zerstören. Zurück bleiben für viele Jahre unendliches Leid, Elend und Verwüstung. Leider lässt sich aber auch die Europäische Union immer wieder vor den amerikanischen Karren spannen und unterstützt tatkräftig die Interessen der USA. Und das obwohl die Folgen der Destabilisierung der genannten Regionen in erster Linie Europa treffen. Die kriegerischen Auseinandersetzungen hatten zur Folge, dass sich Millionen von Flüchtlingen auf den Weg nach Europa gemacht haben und noch auf den Weg machen werden. Die USA selbst lehnen hingegen die Aufnahme von Flüchtlingen weitgehend ab. Anstatt als Weltmacht Frieden zu stiften, nützt man die militärische Überlegenheit schamlos aus, um wirtschaftliche Eigeninteressen umzusetzen und Macht zu demonstrieren. Die EU hat sich dabei immer wieder als Handlanger zur Verfügung gestellt und erfüllt nahezu jeden von den USA begehrten Sanktionswunsch, anstatt beherzt und mutig für den Frieden einzutreten, für den sie sich immer ausspricht. Nun sieht sich nach dem Iran auch der Irak, der die Amerikaner verständlicherweise endlich loshaben möchte, wieder mit Drohungen seitens Trump konfrontiert. Die Zeichen deuten viel mehr auf Krieg als auf Frieden in dieser Welt, und das wird sich, solange macht- und geldgierige Politiker, die skrupellos ihre Ziele und die Ziele ihrer Finanziers für noch mehr Macht, für noch mehr Geld und Einfluss verfolgen, auch nicht ändern.

Franz Zwickl, Muthmannsdorf

Erschienen am Do, 9.1.2020

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