26.08.2003 10:06 |

Columbia

Absturz-Bericht voller Fehler

Knapp sieben Monate nach dem Absturz der US- Raumfähre "Columbia" wirft der Abschlussbericht einer Untersuchungskommission der NASA gravierende Fehler vor.
Das Papier, das an diesem Dienstag veröffentlichtwerden soll, decke nicht nur mechanische Fehler an der Raumfähreauf, sondern kritisiere zugleich das NASA-Management "vernichtend",hieß es am Montag in zahlreichen Medienberichten. Bei demAbsturz waren sieben Astronauten ums Leben gekommen.
 
Viele Schlussfolgerungen und Verbesserungsvorschlägeder Kommission in dem rund 250 Seiten umfassenden Bericht warenbereits in den vergangenen Wochen bekannt geworden. Danach gehtdas Ermittlungsgremium davon aus, dass ein beim Start vom Außentankabgefallenes Stück Isolierschaum ein Loch in den linken Shuttle-Flügel geschlagen hat. Durch diese Öffnung drangen dannbeim Wiedereintritt in die Atmosphäre extrem heißeGase ein, die zum Auseinanderbrechen des Shuttle führten.
 
Management- statt Technik-Fehler
Fast die Hälfte des Berichtes beschäftigtsich Medienberichten zufolge aber nicht mit der technischen Ursache,sondern mit der Art und Weise, wie die NASA mit dem Problem umging.Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung hatte das Ermittlungsgremiumklar gemacht, dass nach seiner Auffassung Management-Fehler beider NASA genauso zur Katastrophe beigetragen hätten wie mechanischeMängel. So wird der NASA in dem Report angelastet, verschiedeneWarnungen von Ingenieuren über das mögliche Ausmaßder beim Start erlittenen Schäden falsch bewertet zu haben.Die Kommission zeigte außerdem gravierende Mängel inder Kommunikation zwischen einzelnen NASA-Stellen auf.
 
Neue Strukturierung bei der NASA
Nach den rund 20 Millionen teuren Untersuchungenwerde der Bericht zum Ausdruck bringen, dass sich die NASA völligneu strukturieren müsse, kündigte Mike Wiskerchen vomSpace Institute an der Universität von Kalifornien an. DieWeltraumbehörde hat in den vergangenen Monaten bereits mehrerepersonelle Konsequenzen gezogen. Unter anderem wurde mit LindaHam die damalige Leiterin des Managements der Shuttle-Missionim Johnson Space Center in Houston, versetzt. Das Kennedy SpaceCenter in Florida erhielt eine neue Führung.
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