Fairer Handel
Teppiche mit gutem Gewissen
Noch mehr, noch besser, noch billiger – klingt zwar gut, ist es aber dann nicht, wenn der sensationelle Preis der guten Stücke z.B. hauptsächlich aufgrund von missbräuchlicher Kinderarbeit zustandekommt.
Die Faitrade-Organisation Label STEP ist bislang die einzige Organisation, die in allen wichtigen Teppichherkunftsländern umfassende und seriöse Kontrollen der Sozialstandards durchführt. Insbesondere setzt sich Label STEP für bessere Arbeitsbedingungen und faire Einkaufspreise, die gerechte Löhne ermöglichen, ein, tritt vehement gegen missbräuchliche Kinderarbeit ein und fördert umweltverträgliche Produktionsmethoden sowie Entwicklungsprojekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den betroffenen Ländern.
Die internationale Faitrade-Organisation zeichnet nicht einzelne Produkte, sondern Import- und Handelsunternehmen aus. Alle handgefertigten Teppiche im Sortiment eines STEP-Lizenznehmers unterliegen den Vorgaben des fairen Handels.
Fair Wohnen – Fair genießen
Erfreulich: Allein in Österreich hat der Anteil an fair gehandelten Teppichen bereits einen Marktanteil von 30 Prozent erreicht. Zu den Lizenznehmern von Label STEP zählen so bekannte Namen wie Adil Besim, Teppichgalerie Geba, Orienthaus Reyhani oder auch das Möbelhaus Leiner.
Aber nicht nur bei Teppichen: Grundsätzlich liegen fair gehandelte Produkte immer mehr im Trend. Allein im Jahr 2006 hat der Wert an fair gehandelten Produkten um 63 Prozent auf 41,7 Millionen Euro zugenommen.
Eine positive Entwicklung, die auch von den Label-STEP-Lizenznehmern bestätigt wird. Denn eine der wichtigsten – und häufigsten – Fragen der Konsumenten im Zusammenhang mit dem geplanten Teppichkauf ist die nach den fairen Produktionsbedingungen und hier vor allem nach dem Ausschluss von Kinderarbeit.
Besser ein paar Euro mehr…
Allerdings: Nur die Bereitschaft, sich dafür zu interessieren, reicht hier nicht aus. Denn Erfolg haben die Fair-Trade-Konzepte auch beim Teppichkauf nur dann, wenn die Käufer bereit sind, etwas mehr zu zahlen und dafür die Gewissheit zu haben, dass ihr neues Stück nicht nur ihre Wohnung verschönt, sondern ihr Kauf auch ein wenig zu besseren Lebensbedingungen in den Produktionsländern beiträgt.
Denn ein wichtiger Grundsatz des Fair-Trade-Systems ist auch bei der Teppichproduktion, dass sich die Lizenznehmer verpflichten, faire Einkaufs-Preise zu bezahlen, die eine gerechte Entlohnung ermöglichen. Nur durch eine Verbesserung der Einkommensmöglichkeiten der Erwachsenen kann langfristig gegen die Kinderarbeit vorgegangen werden.
Damit halten sich die Label STEP-Lizenznehmer auch bewusst von der Billigstproduktion fern, bei der das einzige Kriterium der möglichst niedrige Preis ist. Eine Rechnung, die stets zulasten der sozial ganz Schwachen – und so auch vieler Kinder – geht.
Die harte internationale Konkurrenz am Teppichmarkt verschärft allerdings das Problem, da Kinder leider noch immer die billigsten (und wehrlosesten!) Arbeitskräfte sind, wenn sie nicht überhaupt von den Eltern in eine Art „Schuldknechtschaft“ verkauft werden.
Selbsthilfeprojekte und medizinische Versorgung
Kontrolliert werden von Label STEP derzeit Produktionsstätten in Indien, Nepal, Pakistan, Iran und Marokko. In der Türkei und Armenien werden die Kontrollen noch von der Schweizer Geschäftsführung der FairTrade-Organisation durchgeführt. Heute kontrolliert Label STEP 288 Produzenten/Exporteure in sieben Produktionsländern.
Label STEP will mit ihrer Arbeit vor allem Projekte unterstützen, die die Arbeits- und Lebensbedingungen vor Ort mittel- und langfristig verbessern. Dazu zählen etwa auch Schulprojekte, medizinische Versorgung, Frauen-Selbsthilfegruppen etc.







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