Weg mit dem Kram

Radikal-Diät für die Wohnung

Wohnkrone News
22.02.2008 12:07
Die ersten Monate des neuen Jahres eignen sich erfahrungsgemäß sehr gut, um Überflüssiges loszuwerden. Sei es nun, was die paar Kilos zu viel betrifft oder die Unmengen an gehorteten „Schätzen“ in Haus und Wohnung, die Schränke, Kästen und Laden förmlich überquellen lassen. Gründlich ausmisten ist also angesagt – in der Durchführung ist das aber gar nicht so einfach.

Denn an all den Dingen, die von der Umgebung so herabsetzend als "unnötiger Kram" bezeichnet werden, hängen meist Erinnerungen und manchmal auch Hoffnungen: Wie z.B. das sehr chice (und leider auch sehr enge!) Kleid, von dem man doch tief drinnen fest überzeugt war, irgendwann einmal wieder hineinzupassen, das grelle Kaffeeservice, das – man weiß ja nie – vielleicht doch wieder einmal total „in“ sein könnte, die mittlerweile etwas vergilbte Wolle, aus der ein toller Pulli für den Freund werden sollte, und, und, und - ist das nicht schade, das alles wegzugeben? Vielleicht doch besser, die Sachen noch ein wenig aufzuheben.

Ausmisten ist in der Praxis gar nicht leicht und geht ans Eingemachte. Eines ist klar: Härte und Radikalität sind – wie bei allen Abspeckkuren – unumgänglich. Und ebenfalls wie bei allen Diäten mangelt es auch in diesem Bereich nicht an guten Ratschlägen, Tricks, Tipps und Fahrplänen, wie man es richtig macht.

Entrümpeln mit Feng-Shui
Energetisch glasklar gehen es die Feng-Shui-Spezialisten an. Grobe Unordnung stört die fließende Harmonie, vereinfacht gesagt, blockiert Altes ganz einfach Neues. (Was aber nicht nur mit Energieflüssen zu tun haben dürfte, sondern auch für rational denkende Menschen einleuchtend ist: Denn wo sollen neue Sachen Platz haben, wenn alles mit alten Sachen voll geräumt ist?) Und Menschen, die an alten Sachen hängen, suchen wahrscheinlich Sicherheit in der Vergangenheit. (Oder haben sie einfach nette Erinnerungen, die sie nicht missen möchten?!?)

Abseits von tiefenpsychologischen Spitzfindigkeiten und Erklärungsversuchen von etwas, was manchmal vielleicht auch schlicht als Bequemlichkeit bezeichnet werden kann, gibt es bei den Energie-Experten auch praxisorientierte Ratschläge. „Das einmalige Entrümpeln im Jahr wirkt wie ein Tropfen auf dem heißen Stein“, nimmt uns die deutsche Feng-Shui-Beraterin Rita Pohle gleich einmal alle Hoffnung, dass mit einer einzigen Radikal-Aktion die Sache erledigt ist. Umdenken und neue Handlungsmuster sind gefragt. Denn wer höchst beglückt den neu entleerten Abstellraum gleich wieder mit allen möglichen Dingen voll stopft wird bald wieder frustriert sein. Klar, kennen wir ja von den Diäten.

Also ist es am besten, es auch in diesem Bereich mit Selbstdisziplin zu versuchen und es das nächste Mal erst gar nicht so weit kommen zu lassen. Immer wieder mal ausmisten ist so gesund für die Wohnung wie ein Obsttag für den Menschen. Man muss es nur tatsächlich tun.

System ist gefragt
Einig sind sich alle Entrümpelungs-Experten: Bevor es an die Arbeit geht, muss ein System her. Empfohlen wird etwa die sog. „Drei-Kisten-Methode“. Kiste 1 ist für all jene Sachen gedacht, die das Heim endgültig verlassen sollen, Kiste 2 für Dinge, die woanders einsortiert werden und Kiste 3 für all jene Gegenstände, die überlebt haben und wieder eingeräumt werden.

Klingt gut und ordentlich. Allerdings: Die „Kisten-Methode“ geht auf das eigentliche Problem beim Ausmisten nicht ein, nämlich die beinharte Entscheidung, was man jetzt wirklich und endgültig und guten Gewissens weggeben will!

Praktischer mag hier schon ein Trick sein, der den Abschied von alten Sachen erleichtert. Man packt all jene Dinge, die vielleicht doch noch gebraucht werden könnten – und das wahrscheinlich gleich am Tag, nachdem man sie weggeworfen hat! – in Kartons und verstaut diese im Keller oder notfalls in einem Lagerraum. Nach Ablauf eines Jahres kann man dann getrost alles wegwerfen, was man über diesen Zeitraum nicht benötigt hat. Abschied in Raten.

Leider werden sich hartnäckige Sammler und Horter aber auch dadurch nicht bekehren lassen. Vielmehr besteht die Gefahr, dass man dann auf Lebenszeit einen zusätzlichen Lagerplatz angemietet hat oder über einen Keller verfügt, der so voll gepackt ist mit alten Kartons, dass man ihn dringend einmal ausmisten müsste.

Weg damit – aber wohin damit?
Hat man die schwere Hürde des „Loslassens“ erfolgreich überwunden, stellt sich jetzt die Frage: Wohin mit all dem Zeugs? Nahe liegende Möglichkeit ist der Müll und so ist es auch unumgänglich, sich vor der Entrümpelungsaktion mit Rollen von Müllsäcken einzudecken. Doch vieles ist einfach zu schade, zu originell oder noch zu ungebraucht (siehe oben: enges Kleid) zum Wegwerfen.

Hier kann man sich selbst und anderen Gutes tun, indem man Kleidungsstücke, Möbel, brauchbares Geschirr etc. an gemeinnützige Institutionen weitergibt. Einigermaßen gut erhaltene Möbel werden nach telefonischer Voranmeldung auch abgeholt.

Für originelle Sachen, Nostalgisches oder geschenkte Scheußlichkeiten empfiehlt sich ein Tag auf Flohmärkten. Sofern man ein wenig kommunikativ ist, macht das zusätzlich auch Spaß.

Natürlich kann man auch jederzeit versuchen, ausgewählte Gegenstände über ebay loszuwerden. Mit ein wenig Glück stehen vielleicht andere Sammler und Horter auf genau jene Dinge, die man selbst loswerden will.

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