Siege in Serie

Slalom-Maschine Grange kassiert kräftig ab

Sport
23.01.2008 11:10
Jean-Baptiste Grange ist am Montag als frisch gebackener Seriensieger von Kitzbühel nach Schladming gereist. Der Franzose hat bereits vier Saisontriumphe gefeiert, führt im Slalom-Weltcup und hat in den vergangenen zehn Tagen nicht weniger als 110.000 Euro Preisgeld verdient. Der 23-Jährige hält jedoch vor dem Saisonhöhepunkt der Slalomläufer am Dienstagabend (18:00 und 20:45 Uhr) in Schladming den Ball flach.

"Ich fühle mich derzeit sehr gut und ich hoffe, dass dieser Zustand noch lange anhält. Ich genieße meine aktuellen Erfolge und schwebe auf einer kleinen Wolke. Aber ich muss jetzt einfach locker bleiben, denn das Blatt kann sich sehr schnell wenden", meinte Grange, bei dem die Vorfreude auf das Nightrace nicht zu überhören ist: "Schladming ist ein sehr außergewöhnliches und emotionales Rennen."

In der vergangenen Saison hatte Grange bei der WM in Aare überraschend Slalom-Bronze erobert. Mit den absoluten Top-Ergebnissen im Weltcup ging es aber erst in diesem Winter los. Zunächst Rang zwei bei der Super-Kombi in Lake Louise, dann die Siege in Alta Badia (Slalom), Wengen (Super-Kombi, Slalom) und Kitzbühel (Slalom).

"Alphand war mein Vorbild"
Dass Grange derartig durchstarten würde, damit hatte der Mann aus Valloire beim sommerlichen Vorbereitungstraining niemals gerechnet. "Man hat Träume und Hoffnungen, aber mit so etwas kann man nicht rechnen." Und schon spricht man in Frankreich vom ersten französischen Sieger in der Weltcup-Gesamtwertung seit Luc Alphand (1997). "Alphand war immer mein Vorbild. Und ich will auch unbedingt einmal in seine großen Fußstapfen treten", machte Grange klar, dass die Große Kristallkugel das ersehnte Ziel ist.

Für dieses Vorhaben will Grange seine Entwicklung zum Allrounder fortsetzen, in Slalom und Kombi ist er ja bereits jetzt in der absoluten Weltspitze. "Im Riesentorlauf ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis ich ganz vorne mitfahren kann. In der Abfahrt wird es aber viel schwieriger, vor allem beim Gleiten habe ich meine Probleme."

Die Konkurrenz zieht den Hut
Die Konkurrenz zieht einerseits den Hut vor Grange, lechzt aber andererseits auch nach Revanche. "Grange ist super in Form. Und mit den Siegen im Rücken ist es noch leichter für ihn. Aber wenn ich ohne Fehler runterkomme, kann ich ihn ohne Weiteres schlagen", ist sich der Kitzbühel-Dritte Mario Matt sicher. Benjamin Raich weiß, dass Grange nicht nur auf eher leichteren Hängen wie jenem im Kitz gewinnen kann: "Er war auch in Wengen der Beste. Und dort war es sehr schwierig. Er kann überall schnell und sicher fahren und ist technisch sehr stark."

Bode Miller sieht sich trotz seiner Slalom-Steigerung noch weit entfernt von Leistungen à la Grange. "Wie er derzeit Slalom fährt, das habe ich schon seit Jahren nicht mehr gesehen. Es schaut so aus, als hätte er einen zusätzlichen Gang zur Verfügung. Diese Leute bewegen sich schon verdammt nah am Limit."

Die jungen Wilden
Für den Kitz-Zweiten Jens Byggmark ist Grange "ein toller Skifahrer, es ist hart, ihn zu schlagen". Byggmark weiß, wie es ist, wenn man auf der Erfolgswelle schwimmt. Vor genau einem Jahr hatte Byggmark innerhalb von 24 Stunden beide Kitz-Slaloms gewonnen und dafür 134.000 Euro kassiert. Warum Youngsters wie Grange (23) und Byggmark (22) die Slalom-Welt aufmischen, ist für den frechen und gut gelaunten Blondschopf schnell erklärt: "Weil wir extrem fahren. Und weil wir jünger und fitter als die anderen sind."

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(Bild: KMM)



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