21.01.2008 11:21 |

Kitzbühel-Slalom

Grange siegt vor Byggmark und Matt

Der Franzose Jean-Baptiste Grange hat am Sonntag den Weltcup-Slalom in Kitzbühel gewonnen. Der 23-Jährige triumphierte in einer Zeit von 1:45,04 Minuten vor dem Schweden Jens Byggmark (+0,15 Sekunden) sowie dem Tiroler Mario Matt (+0,52). Der Kärntner Rainer Schönfelder landete auf Rang fünf.

Für Grange, der seine Führung im Slalom-Weltcup ausbaute, war es bereits der vierte Saisonsieg, hatte er doch schon die Slaloms in Wengen und Alta Badia für sich entschieden. "Ich habe viel Selbstvertrauen und gebe in jedem Lauf das Maximum. Aber unschlagbar bin ich sicher nicht", erklärte der Franzose, der sich damit so wie sein Landsmann Jean-Pierre Vidal (Slalom-Sieger 2006) einen Schriftzug auf einer Hahnenkamm-Gondel sicherte.

Dank seiner beneidenswerten Form hatte Grange selbst Byggmark in Griff. Der Schwede hatte 2007 beide Kitz-Slaloms gewonnen, konnte diesmal aber auch mit Rang zwei gut leben. "Ich hatte schon vor dem Rennen ein gutes Gefühl. Kitz ist für mich immer etwas sehr Besonderes." Matt sorgte für den ÖSV-Stockerlplatz im Slalom, war aber dennoch im ersten Moment nicht ganz zufrieden.

Matt mit neuem Lock-Ski
"Ich hatte im zweiten Lauf zwei extreme Fehler, ohne diese wäre heute alles drinnen gewesen. Im ersten Moment habe ich mich geärgert, weil ich weiß, dass ich brutal schnell bin", so der amtierende Slalom-Weltmeister, der aber gleich hinzufügte: "Rang drei ist positiv." Der neue Fischer-Lochski hat sich bewährt. "Ohne diesen Ski wäre ich mit diesen Fehlern sicher nicht so weit vorne gelandet", berichtete Matt, der deshalb auch am Dienstag in Schladming auf ihn zurückgreifen will.

Voll in seinem Element war vor den Fanmassen in Kitz wieder einmal Schönfelder, für den die Gamsstadt schon immer ein guter Boden war. Auch diesmal durfte "Schöni" mit Platz fünf im Slalom und Rang drei in der Kombination sehr zufrieden sein, "Vor so einem Publikum zu fahren, ist immer schön. Und je näher ich den Leuten im Ziel komme, umso schneller werde ich."

Raich und Herbst verhauten 1. Durchgang
Weltcup-Leader Raich - in der Kombi Zweiter, im Slalom Siebenter - vergab mit einem verhauten ersten Lauf die Chance auf noch mehr Punkte. "Nach dem ersten Durchgang war das fast das Maximum für mich. Der zweite Durchgang war gut, speziell mit dem Mittelteil bin ich zufrieden."

Völlig unzufrieden war nach dem ersten Lauf auch Herbst gewesen (Zwischenrang 22). Der Salzburger griff daher im Finale auf andere Ski zurück, kam damit deutlich besser zurecht, markierte sogar Laufbestzeit und wurde noch 13. "Dieser zweite Lauf war ganz wichtig für mich, das war ich auch den Fans schuldig. Mit dem neuen Ski hat es deutlich besser funktioniert", so Herbst.

Tolles-Weltcup-Debüt von Hörl
Ein viel versprechendes Weltcup-Debüt feierte im ÖSV-Team der Salzburger Wolfgang Hörl mit Rang 20. Mit Startnummer 49 qualifizierte sich der 24-Jährige, der bereits zwei Kreuzbandrisse, eine Meniskusoperation und das Pfeiffer'sche Drüsenfieber hinter sich hat, fürs Finale und staubte gleich seine ersten Weltcup-Punkte ab. Vor einem Jahr war Hörl in Kitz noch Vorläufer gewesen. "Da war mein großes Ziel, dass ich in einem Jahr beim Rennen teilnehmen darf. Dass ich jetzt gleich Weltcup-Punkte geholt habe, das ist natürlich ein Traum", meinte der Saalfeldner.

Bode Miller gewinnt Kombi-Wertung
Die Kombinations-Wertung ging an den US-Amerikaner Bode Miller, der sich damit zum wahren Hahnenkamm-Sieger des Wochenendes machte. Dahinter folgten in der Kombi als Zweiter der Tiroler Benjamin Raich und auf Rang drei ex aequo der Kärntner Rainer Schönfelder und der Kroate Ivica Kostelic. Im Gesamt-Weltcup rückte das Top-Trio am 68. Hahnenkamm-Wochenende eng zusammen, Raich führt nun 29 Punkte vor Miller und 66 Zähler vor dem Abfahrtssieger Didier Cuche.

Endstand Weltcup-Slalom Kitzbühel:
 1. Jean-Baptiste Grange (FRA) 1:45,04 Minuten
 2. Jens Byggmark (SWE) 1:45,19 + 0,15 Sekunden
 3. Mario Matt (AUT) 1:45,56 + 0,52
 4. Julien Lizeroux (FRA) 1:45,71 + 0,67
 5. Rainer Schönfelder (AUT) 1:45,98 + 0,94
 6. Felix Neureuther (GER) 1:46,14 + 1,10
 7. Benjamin Raich (AUT) 1:46,23 + 1,19
 8. Ted Ligety (USA) 1:46,24 + 1,20
 9. Ivica Kostelic (CRO) 1:46,33 + 1,29
10. Manfred Mölgg (ITA) 1:46,44 + 1,40
11. Steve Missillier (FRA) 1:46,54 + 1,50
12. Andre Myhrer (SWE) 1:46,67 + 1,63
13. Reinfried Herbst (AUT) 1:46,80 + 1,76
14. Bode Miller (USA) 1:46,84 + 1,80
15. Michael Janyk (CAN) 1:47,08 + 2,04
16. Akira Sasaki (JPN) 1:47,25 + 2,21
17. Bernard Vajdic (SLO) 1:47,35 + 2,31
18. Sandro Viletta (SUI) 1:47,39 + 2,35
19. Cristian Deville (ITA) 1:47,53 + 2,49
20. Wolfgang Hörl (AUT) 1:47,55 + 2,51
21. Patrick Biggs (CAN) 1:48,06 + 3,02
22. Patrick Thaler (ITA) 1:48,24 + 3,20
23. Johan Brolenius (SWE) 1:48,54 + 3,50
24. Kalle Palander (FIN) 1:48,66 + 3,62
25. Paul Stutz (CAN) 1:48,93 + 3,89
26. Giuliano Razzoli (ITA) 1:56,41 +11,37

Ausgeschieden:
Im 2. Durchgang: Markus Larsson (SWE), Daniel Albrecht (SUI), Giorgio Rocca (ITA), Truls Ove Karlsen (NOR)
Im 1. Durchgang u.a.: Marcel Hirscher, Kurt Engl, Mario Scheiber, Hannes Brenner (alle AUT), Marc Gini, Marc Berthod, Didier Defago (alle SUI), Martin Hansson, Anton Lahdenperä (beide SWE), Jimmy Cochran (USA), Kilian Albrecht (BUL), Peter Fill (ITA)

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