Australian Open

Stefan Koubek unterliegt dem Franzosen Mathieu

Sport
18.01.2008 14:39
Stefan Koubek hat am Freitag bei den Australian Open in Melbourne das ersehnte Achtelfinal-Duell mit Rafael Nadal nur um zwei Punkte verpasst. Der 31-jährige Kärntner lag im Drittrunden-Match gegen Paul-Henri Mathieu (FRA-23) bei einer 2:1-Satzführung im 4. und 5. Satz jeweils mit 3:0 voran, musste sich aber nach exakt 4 Stunden noch mit 6:4, 6:7, 6:2, 5:7, 6:8 geschlagen geben. Koubek war bei einer 6:5-Führung und Einstand im fünften Satz bei Aufschlag Mathieu auch im Finish nochmals nahe am Sieg gewesen.

Damit sind alle Österreicher im Einzel ausgeschieden, Koubek hatte das dritte Achtelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier in seiner Karriere hauchdünn verpasst. In Runde eins schaffte Koubek einen Viersatz-Sieg über Carlos Moya (ESP-16), in Runde zwei einen Dreisatz-Erfolg über den Weltranglisten-41. Agustin Calleri (ARG).

Australiern eliminiert Mauresmo
Am fünften Spieltag sorge eine Spielerin für Furore: Eine Australierin namens Casey Dellacqua ließ die heimischen Herzen höher schlagen, nahm mit Amelie Mauresmo die Melbourne-Siegerin von 2006 aus dem Bewerb und qualifizierte sich für das Achtelfinale.

Für die meisten anderen Sieger war es business as usual. Die topgesetzte Justine Henin, Maria Scharapowa, Titelverteidigerin Serena Williams und Jelena Dementjewa feierten Zweisatz-Siege, nur Jelena Jankovic, die ja schon in Runde 1 gegen Tamira Paszek dreimal nur einen Punkt vom Aus entfernt war, hatte wieder Mühe. Die als Nummer 3 gesetzte Serbin benötigte gegen Virginie Razzano (FRA-30) drei Sätze, siegte aber 6:2, 4:6, 6:1. Und die Taiwanesin Hsieh Su-wei, die Sybille Bammer in Runde zwei eliminiert hatte, spielte sich mit einem 6:2, 6:7, 6:4 über Aravane Rezai (FRA) in ihr erstes Achtelfinale, in dem gegen Henin aber wohl Endstation sein sollte.

Im Interview bedauert Koubek das Ausscheiden bei den Australian Open:
Ein ganz tolles Match und nur knapp das Achtelfinale verpasst, sehr schade, oder?
Koubek: "Ja, es ist schade, natürlich. Ich habe gut gespielt. Ich weiß, dass ich mir nichts vorwerfen kann. Ich habe gefightet bis zum Ende. Aber ich fühle mich eigentlich gar nicht so schlecht, eher mehr körperlich, weil ich ziemlich müde bin. Aber es war eine Super-Partie, es war mehr drin, aber der hat halt hopp oder drop gespielt und es ist aufgegangen. Er hat unmenschliche Winner gespielt und am Ende wahrscheinlich verdient gewonnen."

Zwei Punkte vor dem Sieg - Ist da der Gedanke an das Achtelfinale gegen Nadal gekommen?
Koubek: "Der war schon vor dem Match da, aber nicht, dass er gestört hätte. Man weiß das, aber in so einem Match kommt das eigentlich überhaupt nicht mehr in den Kopf. Ich habe zwar teilweise unmenschlich serviert, dann aber zu unkonstant, wo ich dann teilweise zu viele zweite Aufschläge gebraucht hab."

Wo ist denn der Unterschied gelegen?
Koubek: "Das kann man nicht sagen. Ich hab echt gut serviert, aber
wenn der erste Aufschlag nicht so gut war, ist Mathieu voll draufgegangen, hat extrem flach und schnell übers Netz gespielt. Wenn eine Fünfsatz-Partie 6:8 ausgeht, dann ist das Alzerl Glück auf der anderen Seite gewesen."

Sie waren vier Stunden auf dem Platz, wie fühlen Sie sich körperlich?
Koubek: "Ja, es tut schon alles ziemlich weh. Es ist mir schon besser gegangen. Wenn man natürlich so eine Partie verliert, tut alles noch ein bisserl mehr weh, aber alles halb so schlimm. Wenn ich wieder in Wien bin, wird wieder trainiert und vorbereitet auf den Davis Cup."

Wie lautet Ihr Resümee der Australian Open 2008?
Koubek: "Es war eine extrem toughe Auslosung Moya, Calleri, Mathieu, um Nadal zu spielen. Ich könnte mich beklagen, aber trotzdem habe ich eine Riesenchance gehabt, noch weiter zu kommen. Eigentlich bin ich glücklich wie ich spiele, darauf kann man aufbauen. Der nächste Grand Slam kommt ja bald einmal. Ich möchte einfach nur so weiterspielen, dann werden noch einige gute Momente auf mich zukommen."

Ihre Ziele für dieses Jahr?
Koubek: "Als Erstes mal wieder in die Top 50 kommen. Es gibt auch immer wieder Punkte zu verteidigen, aber darüber mach ich mir sehr wenig Sorgen in der Form, in der ich zur Zeit bin. Ich warte nur auf die nächsten Turniere und will so weiterspielen, dann sind die Top 50 lächerlich."

Ergebnisse
HERREN - 3. Runde

Rafael Nadal (ESP-2) - Gilles Simon (FRA-28) 7:5, 6:2, 6:3
Nikolaj Dawidenko (RUS-4) - Marc Gicquel (FRA) 6:3, 6:2, 6:3
Michail Juschnij (RUS-14) - Ivo Karlovic (CRO-20) 6:2, 6:4, 6:2
P.-H. Mathieu (FRA-23) - S. Koubek (AUT) 4:6, 7:6, 2:6, 7:5, 8:6
Jo-Wilfried Tsonga (FRA) - G. Garcia-Lopez (ESP) 6:3, 6:4, 6:2
Jarkko Nieminen (FIN-24) - Mardy Fish (USA) 3:6, 7:6, 6:3, 6:1

DAMEN - 3. Runde
J. Henin (BEL-1) - Francesca Schiavone (ITA-25) 7:5, 6:4
J. Jankovic (SRB-3) - Virginie Razzano (FRA-30) 6:2, 4:6, 6:1
M. Scharapowa (RUS-5) - Jelena Wesnina (RUS) 6:3, 6:0
Serena Williams (USA-7) - Victoria Asarenka (BLR-26) 6:3, 6:4
Jelena Dementjewa (RUS-11) - Shahar Peer (ISR-17) 6:2, 6:0
Nicole Vaidisova (CZE-12) - Ai Sugiyama (JPN) 6:3, 6:4
Hsieh Su-wei (TPE) - Aravane Rezai (FRA) 6:2, 6:7, 6:4

HERREN-DOPPEL - 2. Runde
Lucas Arnold Ker/Feliciano Lopez (ARG/ESP) - Werner Eschauer/Florian Mayer (AUT/GER) w.o./Eschauer verletzte sich an der rechten Schulter.
Daniel Nestor/Nenad Zimonjic (CAN/SRB-2) - Jürgen Melzer/Alexander Peya (AUT) 6:2, 6:3

MIXED - 1. Runde
Janette Husarova/Mariusz Fyrstenberg (SVK/POL) - Tamira Paszek/Marcelo Melo (BRA) 6:3, 7:5

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(Bild: KMM)



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