Abfahrt in Wengen

Bode Miller gewinnt mit Wahnsinnszeit

Sport
14.01.2008 13:45
Wie 2007 hat Bode Miller am Sonntag in Wengen die Konkurrenz demoliert. Der Amerikaner gewann den Abfahrts-Klassiker auf dem Lauberhorn in eindrucksvoller Manier in 2:30,40 Minuten. Zweiter wurde wie im Vorjahr mit 0,65 Sekunden Rückstand der Schweizer Lokalmatador Didier Cuche. Die beiden fuhren neuerlich in einer ganz eigenen Liga, der Dritte Manuel Osborne-Paradis aus Kanada hatte bereits 1,33 Sekunden Verspätung. Österreichs Herren verpassten das Podest, Michael Walchhofer war als bester ÖSV-ler Vierter (1,37).

„Es hat mir heute extremen Spaß gemacht. Ich habe in jedem Streckenteil Gas gegeben. Obwohl ich auch ein paar Fehler gemacht habe, war ich schnell. Aber so schnell habe ich mich eigentlich gar nicht gefühlt“, freute sich Miller, für den es der insgesamt 27. Weltcup-Erfolg war. Das bedeutet, dass der 30-Jährige mit seinem Landsmann Phil Mahre als erfolgreichster nordamerikanischer Fahrer der Weltcup-Geschichte gleichgezogen hat.

Sensationelles Wochenende für Miller
Miller hat damit ein sensationelles Wochenende gekrönt. Am Freitag in der Super-Kombi Rang drei, am Samstag im Slalom Platz fünf und nun der große Sieg. Gesamt-Weltcup-Leader Benjamin Raich, am Sonntag nicht im Start, weist nur noch 79 Punkte Vorsprung auf Miller auf. Bereits am kommenden Wochenende in Kitzbühel könnte Miller also den Tiroler überholen.

Fitnesskanone
Dass Miller laut eigener Aussage „fitter als je zuvor“ ist, hat er wie bereits bei seinem Sieg Ende Dezember in Bormio auch am Sonntag eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Das Gerücht, wonach er weiterhin ab und zu einen nicht so gesunden Lebenswandel pflegt, hat er nicht zuletzt dank zwei Siegen auf der 4,48 km langen Abfahrt eindrucksvoll widerlegt, „Ich hatte genug Kraft“, so Miller, der bei seinem Sieg vor einem Jahr spektakulär ins Ziel gestürzt war.

Cuche nur Zweiter
Wieder nichts mit dem ersten Wengen-Sieg wurde es für Cuche, der wie 2007 genau 0,65 Sek. hinter Miller war. „Ich bin nicht ganz zufrieden, denn Bode liegt wieder vor mir. Ich wusste, dass er einen Riesenvorsprung hatte und es nicht leicht werden würde. Eigentlich hatte ich gehofft, dass Bode unten die Kraft ausgehen würde, aber das war nicht der Fall.“ Wengen war für Cuche im großereignislosen Winter „die WM, Kitzbühel ist jetzt Olympia“.

Anerkennung für Bode
Auch von den geschlagenen Österreichern gab es Anerkennung für den aktuellen Abfahrts-Dominator. Sein Head-Stallgefährte Hermann Maier meinte zur neuerlichen Miller-Show: „Bei ihm passt es derzeit einfach perfekt. Da liegt alles satt am Boden, er braucht sich nur noch konzentrieren, dass er keinen Fehler macht. Aber er hat es natürlich sehr gut erwischt.“

Auch Walchhofer, der das Rote Trikot des Abfahrts-Weltcup-Leaders verlor, zog den Hut. „Wenn man 1,4 Sekunden zurück liegt, braucht man nicht lange suchen. Miller hat ein absolut super Gefühl derzeit, das war schon gewaltig.“

Weltcup wird zum Thriller
Der Abfahrts-Weltcup wird immer mehr zum Thriller, Cuche (284 Punkte), Miller (283) und Walchhofer (280) sind nur durch vier Zähler getrennt.

Endergebnis:
1. Bode Miller USA 2:30,40 107,23 km/h
2. Didier Cuche SUI 2:31,05 +0,65
3. Manuel Osborne-ParadisCAN 2:31,73 +1,33
4. Michael Walchhofer AUT 2:31,77 +1,37
5. Andreas Buder AUT 2:32,16 +1,76

6. Andrej Jerman SLO 2:32,26 +1,86
7. Marco Sullivan USA 2:32,34 +1,94
8. Kurt Sulzenbacher ITA 2:32,44 +2,04
9. Hermann Maier AUT 2:32,57 +2,17
10. Georg Streitberger AUT 2:32,75 +2,35
11. Steven Nyman USA 2:32,80 +2,40
12. Ambrosi Hoffmann SUI 2:32,82 +2,42
13. Patrick Staudacher ITA 2:32,97 +2,57
14. Marco Büchel LIE 2:32,98 +2,58
15. Werner Heel ITA 2:33,00 +2,60
16. Klaus Kröll AUT 2:33,07 +2,67
17. Didier Defago SUI 2:33,09 +2,69
18. Christoph Gruber AUT 2:33,38 +2,98
19. John Kucera CAN 2:33,48 +3,08
20. Pierre-Emmanuel Dalcin FRA 2:33,51 +3,11
20. Yannick Bertrand FRA 2:33,51 +3,11
22. Peter Fill ITA 2:33,52 +3,12
23. Rok Perko SLO 2:33,63 +3,23
24. Hans Olsson SWE 2:33,65 +3,25
25. Johan Clarey FRA 2:33,71 +3,31
25. Scott Macartney USA 2:33,71 +3,31
27. Daniel Albrecht SUI 2:33,74 +3,34
28. Roland Fischnaller ITA 2:33,78 +3,38
29. Stephan Keppler GER 2:33,80 +3,40
30. Christof Innerhofer ITA 2:33,82 +3,42

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(Bild: KMM)



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