12.01.2008 18:36 |

Souveräne Fahrt

Elisabeth Görgl gewinnt Damen-RTL in Marburg

Nach fünf zweiten und sieben dritten Plätzen hat Skirennläuferin Elisabeth Görgl am Samstag ihr erstes Weltcuprennen gewonnen. Die 26-jährige Tochter der Olympia-Abfahrts-Bronzemedaillengewinnerin von 1960 und 1964, Traudl Hecher, setzte sich im Marburg-Riesentorlauf vor den Südtirolerinnen Manuela Mölgg (+0,49) und Denise Karbon (1,72) durch. Sie ist die 100. ÖSV-Aktive (Damen und Herren), die einen alpinen Weltcupsieg gefeiert hat. Weltmeisterin Nicole Hosp landete auf Rang sechs (+2,29) und behielt die Führung im Gesamtweltcup.

Nach den Siegen in den ersten vier Saisonrennen war Karbon nach zwei Fehlern im ersten Durchgang und +1,41 Sekunden Rückstand als Sechste auf die Halbzeitführende Görgl im Finale gefordert, es reichte noch für das Podest, aber nicht mehr zum ganz großen Triumph. "Ich bin nicht enttäuscht, ich bin sehr glücklich. Ich wusste, es wird nicht leicht, denn ich war etwas krank", sagte Karbon.

"Niedere Nummer Vorteil"
Görgl gelang abermals ein sehr guter Lauf. "Meine niedere Nummer im ersten war sicher ein Vorteil, ich habe sie gut ausgenützt. Der zweite Lauf war nicht perfekt, aber gut genug", sagte die Steirerin. "Ich war recht locker, es ist ganz leicht gegangen heute. Mir sind die Tränen gekommen, ich habe dies lange ersehnt, es war wieder ein Schritt nach vorne", erzählte Görgl. Im Ziel drückte die Mama die Daumen - mit guten Erinnerungen übrigens, denn am 23. Jänner 1966 hatte Traudl Hecher in Marburg einen FIS-Slalom gewonnen.

Lufttemperaturen von bis zu 14 Grad ließen die am Freitag bei der Hangbefahrung noch pickelharte Piste am Samstag butterweich werden, im ersten Durchgang brach sie bereits nach wenigen Läuferinnen. "Eine Sensation, dass man hier überhaupt Rennen fahren kann", hatte ÖSV-Alpinchef Hans Pum gemeint. "Das wird im zweiten Durchgang eine ziemliche Wandlpartie, mal sehen, ob ich das kann", meinte Görgl. Und ihre Mutter sah die Angelegenheit überhaupt locker: "A bissl holprig kann es schon zugehen, so ein Teppich muss es nicht sein."

Doch eine Salzbehandlung und ein mehr in der Falllinie gesetzter Kurs ließen ein reguläres Finale zu, das von der Kanadierin Britt Janyk eröffnet wurde - mit 5,66 Sekunden Rückstand war sie als 30. in den zweiten Durchgang gerutscht.

Hosp mit Fußprellung auf Platz sechs
Nicole Hosp, der ihre Fußprellung wieder stärker zu schaffen macht, verbesserte sich von Platz neun auf sechs. "Die Piste war eindeutig besser, das Salz hat mehr gegriffen. Im ersten Lauf waren schon blöde Spuren drinnen, ich hatte dann einfach schon zu viel Rückstand", sagte die Bichlbacherin, die ohne fitgespritzt zu werden an den Start gegangen war. "Ich werde es auch morgen ohne Spritze versuchen, ich muss die Zähne zusammenbeißen." Zeit, den Fuß auszukurieren, bleibt nicht, allerdings wird Hosp wie auch Marlies Schild in der kommenden Woche in Cortina die Abfahrt auslassen.

Ihren dritten Halbzeitrang nicht verteidigt hat Kathrin Zettel, die auf Platz neun zurückfiel: "Mit dem ersten Durchgang war ich sehr zufrieden. Im zweiten habe ich bereits oben einen Schlag erwischt, der hat mich von der Linie gerissen. Herunten habe ich alles versucht, teilweise war ich zu ungestüm." Marlies Schild lag im ersten Lauf zwei Tore vor dem Ziel bereits halb im Schnee ("Es hat mir den Ski gefressen, ein blöder Fehler, ich konnte nix machen"), auch im zweiten patzte sie, am Ende wurde es Platz elf vor Teamkollegin Michaela Kirchgasser. Anna Fenninger und Eva-Maria Brem wurden ex aequo 27.

Drei Österreicherinnen nicht im Finale
Von den zehn Österreicherinnen hatten es drei nicht ins Finale geschafft, Stefanie Köhle scheiterte als 32. mit 5,79 Sekunden Rückstand, Debütantin Martina Geisler als 54. mit 7,77. Andrea Fischbacher war kurz vor dem Ziel gestürzt. Sie klagte über Schmerzen in der rechten Schulter und wurde zur Kontrolle nach Graz gebracht.  

Endstand Weltcup-Riesentorlauf der Damen in Marburg:
1. Elisabeth Görgl (AUT) 2:38,49 Min. (1:20,07-1:18,42)
2. Manuela Mölgg (ITA) 2:38,98 + 0,49 (1:20,47-1:18,51)
3. Denise Karbon (ITA) 2:40,21 + 1,72 (1:21,48-1:18,73)
4. Kathrin Hölzl (GER) 2:40,69 + 2,20 (1:21,33-1:19,36)
5. Tanja Poutiainen (FIN) 2:40,74 + 2,25 (1:21,29-1:19,45)
6. Nicole Hosp (AUT) 2:40,78 + 2,29 (1:22,06-1:18,72)
7. Ingrid Jacquemod (FRA) 2:40,84 + 2,35 (1:22,76-1:18,08)
8. Maria Pietilä-Holmner (SWE) 2:41,19 + 2,70 (1:21,59-1:19,60)
9. Kathrin Zettel (AUT) 2:41,46 + 2,97 (1:21,11-1:20,35)
10. Anja Pärson (SWE) 2:41,49 + 3,00 (1:22,31-1:19,18)
11. Marlies Schild (AUT) 2:41,54 + 3,05 (1:22,43-1:19,11)
12. Michaela Kirchgasser (AUT) 2:41,57 + 3,08 (1:22,13-1:19,44)
13. Lindsey Vonn (USA) 2:41,65 + 3,16 (1:23,30-1:18,35)
14. Tessa Worley (FRA) 2:42,15 + 3,66 (1:23,32-1:18,83)
15. Karen Putzer (ITA) 2:42,19 + 3,70 (1:22,59-1:19,60)
16. Chemmy Alcott (GBR) 2:42,26 + 3,77 (1:23,42-1:18,84)
17. Marion Bertrand (FRA) 2:42,52 + 4,03 (1:23,26-1:19,26)
18. Maria Riesch (GER) 2:42,78 + 4,29 (1:24,01-1:18,77)
19. Mateja Robnik (SLO) 2:42,82 + 4,33 (1:24,49-1:18,33)
20. Julia Mancuso (USA) 2:42,89 + 4,40 (1:24,06-1:18,83)
21. Sarka Zahrobska (CZE) 2:43,18 + 4,69 (1:22,97-1:20,21)
22. Viktoria Rebensburg (GER) 2:43,47 + 4,98 (1:23,94-1:19,53)
23. Camilla Alfieri (ITA) 2:44,08 + 5,59 (1:25,08-1:19,00)
24. Tina Maze (SLO) 2:44,09 + 5,60 (1:24,91-1:19,18)
25. Jessica Lindell-Vikarby (SWE) 2:44,50 + 6,01 (1:25,20-1:19,30)
26. Ana Drev (SLO) 2:44,56 + 6,07 (1:25,72-1:18,84)
27. Anna Fenninger (AUT) 2:44,88 + 6,39 (1:25,44-1:19,44)
27. Eva-Maria Brem (AUT) 2:44,88 + 6,39 (1:24,95-1:19,93)

29. Britt Janyk (CAN) 2:46,13 + 7,64 (1:25,73-1:20,40)

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