Hausbau

Tipps für den Hauskauf

Wohnkrone News
27.12.2007 17:43
Ein neues Jahr, ein neuer Start und vielleicht endlich das lang ersehnte eigene Haus. Auch 2008 wird in Österreich wieder kräftig gebaut werden. Viele künftige Hausbauer nützen gerade die ersten Wochen des neuen Jahres, um in aller Ruhe verschiedene Angebote einzuholen. Hier einige Tipps, was man dabei beachten sollte.

Leider ist es auch beim Hauskauf so: Niemand hat etwas zu verschenken, und so erweisen sich viele Angebote, die auf den ersten Blick geradezu „sensationell“ günstig wirken, beim zweiten als vielleicht gar nicht mehr so vorteilhaft. Wahre Billigstpreise können sich so z.B. durch die Angabe von niederen Ausbaustufen ergeben, bei denen allerdings in der Praxis dann noch jede Menge Arbeit und Geld dazugerechnet werden muss.

Auf Qualität der Ausstattung achten
Ein weiterer Punkt, der sich ebenfalls ganz gewichtig im Preis ausdrücken kann, betrifft die Frage der Ausstattung. Treppe ist nicht gleich Treppe und wie überall im Leben macht sich höhere Qualität meist auch im Preis bemerkbar. Auch wenn es bei der großen finanziellen Belastung rund um den Hausbau verlockend sein mag, Abstriche bei Fenstern, Türen, Fliesen etc. zu machen, ist der künftige Hausherr gut beraten, sich zumindest mögliche (Langzeit-)Folgen vor Augen zu halten.

So tragen z.B. Fenster und Türen entscheidend zur Energiebilanz des Hauses und damit zu den laufenden Betriebskosten bei. Hier sparen heißt unter Umständen am falschen Platz sparen, denn es macht wenig Sinn, sich anfänglich Geld durch den Einsatz von Billig-Produkten einzusparen, das dann später – etwa durch hohe Heizkosten -  wieder  investiert werden muss.

Auch wenn man bei Neuanschaffungen nicht daran denken mag – im Lauf der Jahre kann sich immer wieder einmal die Notwendigkeit einer Reparatur ergeben. Bei heimischen Markenfirmen stellt dies im Regelfall kein Problem dar, schwieriger kann es unter Umständen werden, wenn man zu Produkten aus Nachbarländern greift. Da kann es schon mal passieren, dass im Bedarfsfall, Jahre später, die betreffende Firma gar nicht mehr existiert oder keine Ersatzteile vorhanden sind.

Die Qualität der Ausstattung ist ein wichtiger Bestandteil künftiger Wohnzufriedenheit und gehört daher von Beginn an genau hinterfragt – auch, um das Preis-/Leistungsverhältnis verschiedener Angebote tatsächlich vergleichen zu können.

Sich selbst informieren
Apropos Energiebilanz: Die Frage der Heizlösung hat sich im Zuge der aktuellen Klimadiskussionen geradezu zu einem „Herzstück“ des Hausbaus entwickelt. Viele Energieversorgungssysteme sind zurzeit am Markt und auch hier sollte man sich nicht nur auf die Angaben des Verkäufers verlassen (arbeiten häufig mit bestimmten Firmen zusammen), sondern selbst vorab einige Erkundigungen einziehen. Was kostet die Anschaffung der einzelnen Systeme und wie rechnen sie sich dann tatsächlich im laufenden Betrieb? Wie sieht das Servicenetz aus? Können die Heizungen auf Wunsch auch später z.B. mit Solarkollektoren verbunden werden? All diese Aspekte werden zunehmend wichtiger für die laufenden Betriebskosten und auch für den künftigen Marktwert des Hauses.

Achtung bei Ausbaustufen
Immer mehr Hausbauer bauen nicht schlüsselfertig, sondern wählen die preislich günstigere Variante der niederen Ausbaustufe. In der Praxis ist hier besondere Vorsicht geboten. Zum einen, was die Einschätzung der eigenen handwerklichen Fähigkeiten betrifft, zum anderen aber auch in Bezug auf die schriftliche Festlegung der Leistungsinhalte. Leider gibt es innerhalb der Anbieter keine einheitlichen Definitionen der Leistungsumfänge der verschiedenen Ausbaustufen. Da muss wirklich auf jedes Wort im Vertrag – und ganz besonders auf das Kleingedruckte – geachtet werden. Oft sind die wichtigen Punkte in einem für den Laien unverständlichen „Juristendeutsch“  formuliert. Mündliche Erläuterungen oder Zusicherungen des Verkäufers sind nett, helfen aber im Ernstfall leider gar nichts. Im Zweifelsfall daher: Den Vertrag vor Unterschrift durch eine unabhängige Stelle nochmals prüfen lassen.

Zeit lassen mit der Unterschrift
Ein Hauskauf stellt im Regelfall die größte finanzielle Entscheidung im Leben dar. Es wundert daher immer wieder, wie sorglos und schnell noch immer viele künftige Bauherren unterzeichnen. Manchmal sogar, ohne dass die Finanzierung wirklich gesichert ist oder das Grundstück auch schon tatsächlich im Besitz der Hauskäufer. 

Die Folgen: Manche Anbieter verlangen bei Nichtzustandekommen des Hauskaufs für Planungs- und Stornokosten einen saftigen Betrag  – manchmal sogar bis zu 10 Prozent des Kaupreises. Daher gilt: In keinem Fall zu einer Unterschrift drängen lassen. (Häufigster Fall: Zusicherung eines günstigen Preises bei rascher Unterschrift).

Vor Vertragsunterfertigung sind zusätzlich auch noch folgende Inhalte zu prüfen:

  • Genaue Definition des Bau-Leistungsumfanges: Viele Firmen bieten heute eine umfangreiche Betreuung an, die von der Einreichphase bis hin zur Baustellenentsorgung reicht. Durch eine solche schriftlich festgehaltene Definition schützt man sich auch vor etwaigen nachträglichen finanziellen Zusatz-Belastungen. 
  • Bezahlungsmodus: Bezahlt wird heute meist nach Baufortschritt (Zug-um-Zug-Bezahlung). 
  • Fertigstellungstermin: Im Regelfall zahlt der Käufer in der Bauphase doppelt. Einerseits die Raten, andererseits die Miete. Ein vertraglich festgelegter Fertigstellungstermin lässt also genau planen (Kündigung des Mietverhältnisses) und schützt vor zu langer Doppelbelastung.
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