18.12.2007 08:52 |

Weinmarktreform

EU versucht die edlen Tropfen zu "verwässern"

Hektisch verhandelt wird in Brüssel über die Reform der Weinmarktordnung. Österreich lehnt vor allem das geplante Zuckerungs-Verbot ab, das den Zweck hätte, dass stattdessen die Überschüsse der Südeuropäer zur Süßung in unseren Wein geschüttet würden. Die Widerstände gegen diesen Plan sind groß.

Das Problem ist, dass die EU die hohen Kosten für die Verwertung der Weinüberschüsse (bis zu 700 Millionen im Jahr) in den Griff kriegen will. "Die Verursacher sollen das zahlen", spielt Landwirtschaftsminister Josef Pröll den Ball zu den Südeuropäern. Doch portugiesische EU-Präsidentschaft und Kommission beharren darauf, dass deren Überschüsse künftig zu einem "Mostkonzentrat" verarbeitet werden, um so mit "Restl’n aus Italien und Spanien" unseren Wein "aufzuzuckern".

Ebenfalls eine "Schnapsidee" sind Rodungsprämien, mit denen man älteren Weinbauern eine Art "Frühpension auf EU-Kosten" ermöglichen will. So könnten gute Anbaugebiete aus dem Markt fallen. Paradox: Da ab 2013 die Auspflanzrechte freigegeben werden, wäre es widersinnig, vorher Geld auszugeben, um Flächen zu beschränken, die dann wieder bebaut werden. Das sind die heiklen Punkte in den Verhandlungen.

Ein erster Erfolg konnte Montag erzielt werden: Der "Jagatee" bleibt österreichisch. Darauf haben sich die EU-Agrarminister am Montag in der neuen EU-Verordnung zur Kennzeichnung und Etikettierung von Spirituosen geeinigt.

Von Manfred Schumi, Kronen Zeitung und krone.at

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