16.12.2007 19:42 |

Hohe Gebühren

Österreicher zahlen am meisten Makler-Provision

Der Traum von der eigenen Mietwohnung kann in Österreich schnell zum finanziellen Albtraum werden. Der Grund: die weit überhöhten Makler-Provisionen. In keinem europäischen Land müssen Mieter für eine Immobilien-Vermittlung so tief in die Geldbörse greifen.
"Mehr als 70.000 Haushalte pro Jahr zahlen in Österreich weit überhöhte Provisionen", weiß Franz Köppl von der Arbeiterkammer Wien. Und tatsächlich ist der Verdienst der heimischen Makler im gesamten EU-Raum einsame Spitze: Drei Monatsgesamt-Mieten (Betriebskosten inklusive, abzüglich der Mehrwertsteuer auf den Mietszins) - das ist die Provisions-Obergrenze, die laut einer noch immer gültigen Verordnung aus 1978 von Wohnungssuchenden verlangt werden darf. Und das wird, wie ein AK-Test zeigte, auch von nahezu allen Maklern voll ausgenutzt.

So kommt es, dass Mieter in Österreich fast das Doppelte für eine Vermittlung bezahlen müssen wie in Deutschland. Beispiel: Bei uns kassiert ein Makler für eine 80-m2-Wohnung (Kategorie A, Bruttomiete 800 ) eine Provision von rund 2618 . In Deutschland fließen in diesem Fall gerade mal 1374 Euro in die Tasche des Vermittlers. Der Unterschied: Hier dürfen Makler nur zwei Mieten (abzüglich der Betriebskosten) verlangen.

Im Schnitt muss man in Österreich nach Vertragsunterzeichnung für eine Mietwohnung fast ein Viertel der Jahres-Netto-Miete hinblättern - so die AK-Rechnung. So viel wie in keinem anderen Land Europas. "Wir fordern zumindest eine Senkung der Provisions-Obergrenzen auf das deutsche Niveau. Weiters sollten Makler, die von Vermietern beauftragt wurden, auch von diesen bezahlt werden", so Köppl.

von Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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