Fr, 22. Juni 2018

Die Russen kommen

29.10.2007 12:20

Word in Conflict

Hilfe, die Russen kommen! Undenkbar? Mitnichten! Die rote Armee überrascht die Amerikaner, die offenbar aus Pearl Harbour nichts gelernt haben, auf ihrem eigenem Territorium. Mit massivem Truppeneinsatz landen sie eines Tages plötzlich in Seattle. Die amerikanischen Streitkräfte befinden sich anfangs in einem heillosem Durcheinander und formieren sich nur langsam, um mit ihrer ausgedünnten Armee in "World in Conflict" erbitterten Widerstand zu leisten. Der Großteil der Streitkräfte kämpft nämlich auf dem europäischen Festland, wo ebenfalls ein erbarmungsloser Krieg tobt.

In dem klassischen Echtzeitstrategiespiel übernimmt der Spieler die Rolle von Lieutenant Parker, der mit seinen Einheiten an vorderster Front sein Heimatland verteidigt. Oberstes Ziel: Den Russen mit Infanterieeinheiten und mechanisierten Kräften zurückzudrängen. Das klingt jedoch weitaus einfacher, als es ist, denn wie die eigenen Einheiten können sich auch Gegner in Gebäuden verschanzen.

Da sich ein Kampf von Haus zu Haus sehr verlustreich gestaltet, sind härtere Mittel erforderlich. Der Widerstand lässt sich etwa mit massivem Artilleriebeschuss, der ganze Straßenzüge in Schutt und Asche legt, brechen. Andere Maßnahmen umfassen unter anderem verheerende Luftschläge.

In der Einzelspielerkampagne, die im späteren Verlauf auch nach Europa führt, stehen einem nur mäßig intelligente Gegner im Weg. Die KI wirkt nicht immer ganz sattelfest. Da aber nur eine gewisse Anzahl an Einheiten zur Verfügung steht, ist an ein Überrollen der feindlichen Linien mit Hilfe einer massiven Übermacht trotzdem nicht zu denken. Gehen eigene Einheiten verloren, so sorgen nach einiger Zeit die Nachschubeinheiten für entsprechenden Ersatz.

Nachdem die abwechslungsreichen Missionen alle absolviert wurden, kann in Multiplayergefechten der beste Schlachtenlenker ermittelt werden. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ein Internetanschluss nicht vorhanden ist, muss auf diesen Part trotzdem nicht verzichtet werden.

Die Bots verhalten sich, im Gegensatz zum Einzelspielerteil, wesentlich cleverer und sorgen so für lang anhaltendes Vergnügen. Übertroffen wird dies nur durch den Kampf gegen 15 weitere menschliche Kontrahenten, wobei diese jeweils Teams bilden. Nur durch die entsprechende Teamarbeit, also das reibungslose Zusammenspiel der verschiedenen Einheiten, ist ein Erfolg möglich. Einzelgänger und Möchtegern-Rambos werden zwar Punkte sammeln, aber keine Siege erringen.

Ein echtes Highlight von "World of Conflict" stellt die Grafik dar, die durch eine enorme Detailverliebtheit glänzt. Helikopter wirbeln mit ihren Rotoren Staub auf, die Kettenfahrzeuge ziehen eine Spur der Verwüstung nach sich und mächtige Explosionen lassen Häuser oder ganze Straßenzüge in sich zusammenfallen. Begleitet wird dieses grafische Feuerwerk durch die entsprechende Soundkulisse.

Steuerungsseitig wurde ein genreübliches Schema gewählt, dass schon nach kurzer Einarbeitungszeit beherrscht wird.

Fazit: "World in Conflict" macht in Multiplayer-Gefechten zwar mehr Spaß als in der Einzelspielerkampagne, was auf die etwas schwache KI zurückzuführen ist, darf aber dennoch als Genrehighlight bezeichnet werden, welches vor allem grafisch alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt.

Plattform: PC (getestet), Xbox360
Publisher: Vivendi Games
Krone.at-Wertung: 93 %

von Harald Kaplan

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