So, 22. Juli 2018

Unicef-Statistik

17.10.2007 21:11

Der Kinderhandel floriert auch in Österreich

Anlässlich des ersten "Europäischen Tages gegen Menschenhandel" brachte die Unicef am Mittwoch erschreckende Zahlen ans Tageslicht: 1,2 Millionen Kinder weltweit fallen jährlich dreisten Menschenhändlern zum Opfer. Alarmierend die Situation auch in Österreich - das Geschäft mit Kindern aus Osteuropa floriert.

Mehr als 1. 300 Aufgriffe seit dem Jahr 2004 alleine in Wien - der dreiste Kinderhandel macht auch vor Österreich längst nicht mehr halt. Da es bislang ausschließlich dokumentierte Zahlen aus der Bundeshauptstadt gibt, hält die Unicef die ohnehin erschreckende Bilanz lediglich für die Spitze des Eisbergs.

Die landesweite Dunkelziffer, so die Experten, sei deutlich höher. In den meisten Fällen handelt es sich in unserem Land um Kinder aus osteuropäischen Ländern wie Bulgarien oder Rumänien, die zum Stehlen, Betteln oder im schlimmsten Fall sogar zur Prostitution nach Österreich verkauft worden sind.

Eine mehr als traurige Entwicklung, der Innenminister Günther Platter vehement entgegenwirken möchte: "Die Bekämpfung des Menschenhandels hat für mich größte Priorität. Gemeinsam mit heimischen, europäischen und internationalen Organisationen arbeiten wir laufend und intensiv daran, diese Form der Kriminalität noch effektiver bekämpfen zu können. So wurden durch Zusammenarbeit mit bulgarischen Behörden in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 30 Menschenhändler ausgeforscht und verhaftet."

Zwar sieht die Unicef, dass Österreich in Sachen Bekämpfung des Menschenhandels erhebliche Fortschritte gemacht hat, kritisiert jedoch die Behandlung der Betroffenen. Es gebe bisher kein koordiniertes Vorgehen bei der Betreuung der häufig schwer traumatisierten Kinder.

Von Klaus Loibnegger

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.