Fr, 22. Juni 2018

Terror-Prozess

03.10.2007 09:21

Angebliche Al-Kaida-Verschwörer vor US-Gericht

In den USA ist das Verfahren gegen sieben Männer aus einem Armenviertel von Miami eröffnet worden, denen die Staatsanwaltschaft eine Verschwörung mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida und Umsturzpläne gegen die US-Regierung vorwirft. Die Gruppe wollte angeblich im Namen der Al Kaida mit Hilfe von vergifteten Salzstreuern in Restaurants und Anschlägen auf Wahrzeichen wie den Sears Tower in Chicago ein allgemeines Chaos stiften.

Die Verteidigung der Angeklagten kündigte zum Auftakt des Verfahrens am Dienstag eine unterhaltsame Beweisaufnahme an. In den abgehörten Gesprächen der Gruppe gehe es um solch größenwahnsinnige und verrückte Pläne, dass niemand von einem ernsthaften Vorhaben ausgehen könne. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft beruhten auf Geschwätz, das von eingeschleusten Informanten der Polizei zusammengestrickt worden sei, sagte die Anwältin des angeblichen Rädelsführers Narseal Batiste.

Die sogenannten "Sieben von Liberty City" wurden im Vorjahr festgenommen. Sie hatten sich regelmäßig in einem verfallenen Lagergebäude in dem gleichnamigen Stadtviertel von Miami getroffen und dort Joints geraucht. Laut Anklage wollten sie neben dem höchsten Wolkenkratzer der USA in Chicago auch Dienststellen der US-Bundespolizei FBI in New York und Los Angeles in die Luft jagen, sowie das Gerichtsgebäude, in dem sie sich nun verantworten müssen. Die US-Regierung bezeichnete die Festnahmen damals als wichtigen Erfolg im Kampf gegen den Terrorismus.

Bei Schuldspruch drohen bis zu 70 Jahre Haft
Sollten die Männer in allen Anklagepunkten verurteilt werden, drohen ihnen bis zu 70 Jahre Haft. Bei der Festnahme erklärte der stellvertretende FBI-Chef John Pistole, die Pläne der Männer seien eher von hochfliegenden Träumen als von konkreter Einsatzbereitschaft geprägt gewesen. Andere US-Agenten erklärten, die Männer hätten keine echte Bedrohung dargestellt, da sie weder über Kontakte zum Terror-Netzwerk Al-Kaida noch über die notwendigen Mittel für Anschläge verfügt hätten. Die meisten Beweise stammen aus 15.000 Gesprächen, die zwei Informanten des FBI per Tonband und Video mitgeschnitten hatten. Der erste Informant hatte seinen Kollegen als "Al-Kaida-Funktionär" aus dem Jemen eingeführt.

Staatsanwalt Richard Gregorie zitierte den Hauptangeklagten Batiste mit den Worten: "Wir müssen die Leute auf den Straßen verrückt machen. Allah wird durch uns die Macht übernehmen." Anwältin Ana Jhones beschrieb den Mann als einen Möchtegern-Anführer, der große Pläne schmiede, ohne genug Verstand oder Fähigkeiten zur Umsetzung zu haben. Eine seiner Ideen war demnach, an die Tür des US-Präsidialamts zu klopfen und zu erklären: "Hier bin ich".

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