25.07.2007 14:15 |

"Totalfälschungen"

Österreicher prellte Bank um Millionen

Ein 34-jähriger österreichischer Staatsbürger, der in München geboren wurde und dort lebte, soll die Landesbank Baden-Württemberg (Foto) um 3,4 Millionen Euro erleichtert haben. Der Mann sei bei dem Geldinstitut als Schweizer Geschäftsmann aufgetreten und habe ihr Forderungen an Unternehmen verkauft, die sich als „Totalfälschungen“ erwiesen, berichtete Oberstaatsanwalt Peter Lichtenberg am Mittwoch in Düsseldorf.

„Das waren tolle Verträge, leider stimmte gar nichts.“ Die Staatsanwaltschaft hat den Mann wegen Betruges und versuchten Betruges angeklagt. Der 34-Jährige sitzt seit März in U-Haft, sagte Lichtenberg. Er soll Ende 2006/Anfang 2007 auch in Wien versucht haben, ein Kreditinstitut zu prellen. Allerdings sei man in der Bank misstrauisch geworden, der Coup klappte nicht. Ein Verfahren gegen den Verdächtigen läuft außerdem in der Schweiz.

12,3 Millionen von Stromkonzern gefordert
Der Österreicher war auf frischer Tat ertappt worden: Nach dem Coup in Stuttgart soll er es erneut bei der LBBW und bei einer Düsseldorfer Filiale der KBC-Bank versucht haben. Dort wollte er 12,3 Millionen Euro mit gefälschten Forderungen etwa gegen den Stromkonzern RWE erbeuten. „Der siebte Sinn eines Bank-Mitarbeiters ist ihm dabei zum Verhängnis geworden“, sagte Lichtenberg.

Der KBC-Banker fragte bei RWE nach und stellte dabei fest, dass die Forderungen nicht existierten. Daraufhin wurde der Österreicher in Düsseldorf festgenommen.Auf seinem Computer fanden sich Daten, die auf den Betrug bei der Landesbank hinwiesen. Die Bank soll zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bemerkt haben, geleimt worden zu sein. Die Millionen seien verschwunden. „Das Geld ist weg“, sagte Lichtenberg. Die Spur führe in Richtung Schweiz. Ende August soll dem 34-Jährigen vor dem Düsseldorfer Landgericht der Prozess gemacht werden.

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