18.06.2007 22:56 |

Lkw rammt Reisebus

13 Tote und etwa 30 Verletzte bei Busunglück

Tragödie auf der deutschen Autobahn A14 (Dresden-Magdeburg) in Sachsen-Anhalt: 13 Menschen sind am Montag bei einem schweren Busunglück bei Könnern ums Leben gekommen. Das teilte das Innenministerium von Sachsen-Anhalt mit. Nach Angaben der Polizei wurden etwa 30 Menschen verletzt, einige von ihnen schwer. Bis zum Abend wurden alle Opfer in einer dramatischen knapp fünfstündigen Rettungsaktion geborgen. Die Verletzten wurden in Krankenhäuser nach Halle, Magdeburg und Leipzig gebracht.

In dem Reisebus war eine Seniorengruppe aus Nordrhein-Westfalen, die auf dem Weg zu einer Städtereise nach Dresden und Umgebung unterwegs war. Die Männer und Frauen waren am Morgen in Ibbenbüren aufgebrochen. Der Bus war in Fahrtrichtung Halle eine Böschung hinunter gestürzt.

Bilder von der Unglückstelle in der Infobox!

Fünf Rettungshubschrauber im Einsatz
Den Rettern bot sich am Unfallort ein schreckliches Bild. Der Bus war einige Meter in die Tiefe gestürzt und auf dem Dach liegen geblieben. In einer dramatischen Aktion wurden die Opfer aus dem zerstörten Fahrzeug geborgen. Dazu musste der Unglücksbus von einem Kranhaken gesichert werden. Fünf Rettungshubschrauber waren im Einsatz, dazu Feuerwehr, Notärzte und Polizei, die mit einem Großaufgebot an den Unglücksort geeilt waren. Die Helfer richteten ein Notlazarett ein. Der Busfahrer überlebte den Unfall und stand jedoch unter Schock.

Polizei: Lastwagen fuhr ungebremst auf Bus
Das Busunglück ist laut Polizei vermutlich von einem Lastwagen verursacht worden, der ungebremst auf den Bus aufgefahren sein soll. "Davon gehen wir nach dem ersten Stand unserer Ermittlungen aus", sagte ein Sprecher der Polizei Dessau am Montagabend. 

Unfallverursacher verletzt
Der Fahrer des Lastwagens, der die Bustragödie in vermutlich verursacht hat, ist laut Polizei bei dem Unfall verletzt worden. Er stehe unter Schock und werde in einem Krankenhaus ärztlich versorgt, sagte ein Sprecher der Polizei Dessau am Montagabend. Der Lastwagen, der ungebremst in den Bus fuhr, eine Baumaschine geladen haben.

Der mit Senioren aus Nordrhein-Westfalen besetzte Reisebus ist nach ersten Erkenntnissen der Polizei wegen einer Fahrbahneinengung auf der Autobahn langsam gefahren. Laut Augenzeugenberichten hat der Bus zum Zeitpunkt des Unfalls fast gestanden. Durch die Wucht des Aufpralls kam der Bus von der Fahrbahn ab, stürzte mehrere Meter in die Tiefe in eine Böschung und landete auf dem Dach.

Autobahn komplett gesperrt, kilometerlange Staus
Auf der Autobahn herrschten chaotische Zustände, da fast an der gleichen Stelle auf der Gegenfahrbahn in der Früh ein mit Bauschutt beladener Lastwagen wegen eines geplatzten Reifens umgekippt war. Durch die beiden aufwendigen Rettungs- und Bergungsaktionen war die Autobahn komplett gesperrt. Es bildeten sich kilometerlange Staus, auch auf den Ausweichstrecken.

Das zuletzt schwerste Busunglück in Deutschland hatte sich im September 1992 ereignet. Dabei starben bei Donaueschingen im Schwarzwald 21 Menschen.