Schwimmteiche

Natürliche Wasserfreuden

Wohnkrone News
18.05.2007 12:46
Einen eigenen Teich im Garten zu haben, das ist schon etwas ganz Besonderes. Und noch besser, wenn man ihn auch gleich zum Schwimmen nützen kann. Kein Wunder also, dass sich der Schwimmteich zunehmend als ökologische und vor allem als chemiefreie Alternative zum herkömmlichen Pool anbietet. Vorausgesetzt, er ist richtig angelegt und gepflegt, übt der Schwimmteich - neben dem sommerlichen Badevergnügen - das ganze Jahr über eine eigene Faszination aus: Im Frühjahr sieht man die Pflanzen wachsen und im Winter wird der zugefrorene Teich zum privaten Eislaufplatz.

„Echte“ Schwimmteiche basieren auf dem Prinzip der biologischen Selbstreinigung. Damit das aber funktioniert, ist – im Gegensatz zum herkömmlichen Swimming-Pool – eine bestimmte Größe erforderlich. Laut der „umweltberatung“ gilt die Faustregel, dass der Platzbedarf für einen Schwimmteich etwa doppelt so groß ist wie beim herkömmlichen Pool, mindestens jedoch 100 Quadratmeter. Schwimmteich-Firmen geben allerdings lediglich einen Mindestplatzbedarf von 40 bis 50 Quadratmeter an. Fest steht jedoch: Je größer, desto besser. 

So funktioniert es – das System
Ein Schwimmteich besteht aus einem tiefen, abgegrenzten Schwimmbereich und einer flachen, mit Pflanzen bewachsenen Regenerationszone (Pflanzzone). In diesem flachen Teil wird das Wasser durch die Pflanzen gereinigt und durch die Sonne erwärmt. Die Fläche der Pflanzzone, die für die Selbstreinigung und somit für sauberes Wasser verantwortlich ist, muss mindestens so groß sein wie der Schwimmbereich, besser noch ist ein Verhältnis zwischen Schwimm- und Regenerationszone von 1:2.

An der tiefsten Stelle weist die Pflanzzone im Regelfall etwa eine Tiefe von 75 cm auf und verläuft dann in einer flachen Böschung (30 bis 35 Grad Anstieg) bis zum Ufer. Die Pflanzzone kann den Schwimmbereich umschließen oder aber auch auf ein bis drei Seiten beschränkt werden. Dann kann der Schwimmbereich z.B. auch direkt von der Terrasse aus erreicht werden.

Der Schwimmbereich selbst ist von der Pflanzzone deutlich abgegrenzt, nicht bepflanzt und mindestens zwei Meter tief. Abgedichtet wird er üblicherweise mit einer UV-beständigen und schwermetallfreien Kunststofffolie. Zur Abtrennung der beiden Bereiche, die ca. 20 bis 50 cm unter der Wasseroberfläche verläuft, empfiehlt sich eine Mauer aus Ziegel, Holz, Sandsäcken, Steinen oder Beton.

Das Herzstück – die Bepflanzung
Da die Reinigung des Wassers im Idealfall auf ganz natürlichem Weg durch die Pflanzen erfolgt, kommt es in erster Linie einmal auf die richtige Auswahl der eingesetzten Pflanzen an. Auf Nummer sicher geht man, wenn man sich hier den verlässlichen Rat eines Schwimmteich-Experten einholt. Unterwasserpflanzen sind als Nahrungskonkurrenten der Algen jedenfalls wichtig für das Funktionieren des Teiches. Die „umweltberatung“ empfiehlt übrigens, auf das so dekorative und daher auch beliebte Schilf zu verzichten, da es sehr rasch wuchert und so auch die Folie verletzen kann.

Ein Trost: Klappt es mit der ganz natürlichen Reinigung nicht, gibt es von Fachfirmen aber auch entsprechende technische Unterstützung wie z.B. eine Pflanzenfilteranlage, Pumpen oder biologische Mittel, die das Algenwachstum eindämmen.

Froschkonzert inklusive
Ist der Teich einmal angelegt, finden sich auch rasch Tiere ein und der Schwimm-Teich wird zum echten Naturparadies. Keineswegs sollte der Neu-Schwimmteich-Besitzer hier eingreifen und selbst Tiere, z.B. Fische, die viele Nährstoffe freisetzen und das natürliche Gleichgewicht im Teich zerstören, aussetzen. Amphibien kommen von selbst aus der Umgebung zum neuen Teich.

Beachte aber: Berüchtigt sind die sehr lautstarken Konzerte der Wasserfrösche zur Paarungszeit, die auch den Nachbarn unter Umständen den letzten Nerv rauben können. Und sind sie einmal da, dürfen die grünen Lärmmacher nicht einfach umquartiert werden, da bei uns alle Amphibien auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere stehen.

Und was du sonst noch wissen solltest…
Die Errichtungskosten für einen Schwimmteich liegen höher als für herkömmliche Swimming-Pools. Miteinzubeziehen in die Kosten ist auch, dass man keinesfalls – selbst bei Marke Eigenbau – zumindest auf eine ausführliche Beratung vom Fachmann in Bezug auf Planung, Gestaltung etc. verzichten sollte. Auch das Folienverlegen und –schweißen ist heikel und besser, der Fachmann übernimmt das. Die höheren Kosten rechnen sich dadurch, dass der Schwimmteich im laufenden Betrieb keinerlei Kosten verursacht – vorausgesetzt er funktioniert!

Zu beachten ist weiters, dass es beim Schwimmteich rechtliche Bestimmungen gibt, die beachtet werden müssen (z.B. Bauanzeige). Auch hier wissen Fachfirmen die genauen örtlichen Bestimmungen. 

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