28.04.2007 13:37 |

Öko-Katastrophe

Tiersterben wegen giftiger Algen in Kalifornien

Ein Algengift wird für den Tod und die Erkrankung von Hunderten Seelöwen, Delfinen und Meeresvögeln an den Stränden des US-Bundesstaates Kalifornien verantwortlich gemacht. Wissenschaftler von der Internationalen Vogelschutzwarte in San Pedro sprechen in der "Los Angeles Times" von einer "besonders bösartigen" Algenvermehrung. In seiner 35-Jährigen Tätigkeit habe er noch nie so viele betroffene Tierarten gesehen, außer nach einer Öl-Katastrophe, sagte Institutsleiter Jay Holcomb. Einige Strände in Südkalifornien seien mit kranken und toten Pelikanen, Seelöwen und Delfinen übersät.

Meeresforscher führen die starke Planktonblüte der Alge, die das Nervengift Domoinsäure produziert, unter anderem auf die Beeinträchtigung der Fischbestände durch Wasserverschmutzung und Überfischung zurück. Auch würde regelmäßig im Frühjahr mit der Erwärmung des Wassers mehr Biotoxin produziert, aber in diesem Jahr seien die Werte ungewöhnlich früh und sehr stark angestiegen, warnte Professor Dave Caron von der Universität von Südkalifornien (USC). "Dies hat schlimme Auswirkungen auf Pelikane und viele andere Tierarten", so Caron.

Im nordkalifornischen Meeressäugetierzentrum bei San Francisco wurden in den letzten Wochen ungewöhnlich viele kranke Seehunde eingeliefert. Wie Pelikane ernähren sie sich von Anchovis, Sardinen und anderen kleinen Fischen. Kleine Fische und Schalentiere verzehren das Algen-Plankton und reichern das Toxin an. Das Gift, das von den Meeressäugern und Vögeln über die gefressenen Fische aufgenommen wird, beeinträchtigt das Gehirn und führt zu Lähmungen im Nervensystem.