24.04.2007 07:04 |

Kein Niederschlag

Österreich steuert auf eine Rekordtrockenheit zu

Eigentlich gilt der April als wechselhafter und regnerischer Monat, doch dieses Jahr herrscht absolute Trockenheit. Seit drei Wochen gab es von Eisenstadt über Retz bis hin nach Linz und Kufstein nahezu keinen Tropfen Regen. Sollte das Hochdruckgebiet weiter anhalten (und laut Prognosen ist damit zu rechnen), steuert Österreich auf eine Rekordtrockenheit im April zu.

"In manchen Gegenden hat es seit Wochen überhaupt nicht geregnet. Diese Wetterlage ist sehr ungewöhnlich", analysierte Helmut Derka von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien am Montag. Eine April-Bilanz möchte der Klimatologe allerdings noch nicht ziehen, denn der Monat dauert immerhin noch eine ganze Woche. Doch auch in dieser dürfte sich nicht allzu viel ändern: "Die Modelle versprechen in den kommenden Tagen keine ergiebigen Niederschläge."

Wärmster April seit Messbeginn zeichnet sich ab
Derka wagte dennoch eine Prognose: Sollte es nämlich tatsächlich bis zum 30. April nicht regnen, "kann das in manchen Gegenden auf den wärmsten April seit Messbeginn hinauslaufen". Viel Sonne und kein Niederschlag machen sich also auch auf der Temperaturskala bemerkbar. So liegen die beiden westlichsten Landeshauptstädte Bregenz und Innsbruck drei Grad über dem langjährigen Durchschnitt, Wien immerhin zwei Grad.

In Bischofshofen und in Zell am See wurden bisher zwei Millimeter Niederschlag gemessen. Derka: "Es ist eigentlich völlig egal, ob es zwei Millimeter waren oder gar nichts." Lediglich im Süden des Landes, in Kärnten und der Steiermark, erreichten die Messpegel gebietsweise zehn, manchmal sogar 15 Millimeter. "Aber auch das ist nicht einmal ein Viertel vom Sollwert", so der Klimatologe.

Auf den Äckern verdorrt die Saat
Die Felder und Äcker der Bauern sind vorallem im Osten Österreichs völlig ausgedörrt. "Rüben, Gemüse - nichts keimt heuer", jammert ein Landwirt aus dem Marchfeld, das schon in guten Jahren zu den eher trockenen Regionen zählt.

"Wir verzeichnen schon erste massive Schäden in den Kulturen", bestätigt Österreichs Bauernbund-Direktor Fritz Kaltenegger. Von der Bezirksbauernkammer im Waldviertel kommt die Alarmmeldung: "Massive Ertragseinbußen im Grünland. Unsere Landwirte flehen geradezu um Regen."

Krone.at und Mark Perry

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