Intelligent sparen

Aktiv sparen mit dem Passivhaus

Wohnkrone News
20.04.2007 15:38
Der Name täuscht - „passiv“ ist an diesem Haustyp so gut wie gar nichts. Im Gegenteil: Es handelt sich dabei um ein sehr durchdachtes und ganzheitliches Konzept, um kräftig Energie zu sparen. Der Umwelt und nicht zuletzt der eigenen Brieftasche zuliebe. Denn Passivhäuser rechnen sich mehrfach. Zum einen durch die stark reduzierten Betriebskosten, zum anderen, weil diese Bauform in den Wohnbauförderungs-Richtlinien so gut wie aller Bundesländer besonders großzügig bedacht wird.

Den Begriff des „Passivhauses“ kennt so gut wie jeder halbwegs Bauinteressierte. Die Zahl der nach diesem Modell gebauten Häuser wächst um rund 300 Prozent jährlich. Trotzdem sind die meisten Bauplaner und Hausanbieter mit dem Namen nicht sehr glücklich. Wird er doch den sehr aktiven Eigenschaften dieses Konzeptes überhaupt nicht gerecht und fördert zusätzlich die noch immer zahlreich bestehenden Vorurteile gegenüber diesem Bautyp.

Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses
Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich beim „Passivhaus“ um einen genau definierten Baustandard, der mit verschiedenen Bauweisen, Bauformen und Baumaterialien zu erreichen ist. 
Der Name leitet sich von der „passiven“ Nutzung der vorhandenen Sonnenenergie und der internen Wärme (die vor allem durch Personen und Geräte abgegeben wird) ab. Dadurch wird ein behagliches Innenklima im Sommer wie im Winter gewährleistet. Und zwar ohne Einsatz eines zusätzlichen separaten Heizsystems. Dies erreicht man, indem der Heizwärmebedarf nicht über 15 kWh/m² pro Jahr (Energiekennzahl für diesen Heizwärmebedarf) liegt. Der Restwärmebedarf wird durch eine Erwärmung der Zuluft über das vorhandene Lüftungssystem erreicht.

90 Prozent weniger Heizenergie
Schlagendstes und rechnerisch eindeutig belegbares Argument für die Passivhäuser ist die deutliche Einsparung von Energiekosten – heute mehr denn je ein Thema. Ein Haus, im Passivhausstandard errichtet, verbraucht um 90 Prozent weniger Heizwärme als durchschnittliche bestehende Gebäude und um 75 Prozent weniger als ein durchschnittlicher Neubau. Typisch für solche Passivhäuser (Einfamilienhaus) sind Heiz- und Warmwasserkosten von rund 200 Euro pro Jahr.
Zusätzlich soll es durch das hauseigene Lüftungssystem zu einer Verbesserung der Wohnqualität durch die geregelte Frischluft kommen und – besonders wichtig für die immer größer werdende Zahl der Allergiker! – zu einer ebenfalls deutlichen Reduktion der Belastungen durch Staub, Pollen etc.

Eine einfache Kosten-/Nutzenrechnung
Im Durchschnitt gesehen betragen die Mehrkosten der Passivhausbauweise rund 10 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Bauweisen. Eine anfängliche finanzielle Belastung, die jedoch sehr rasch mehr als ausgeglichen wird. Denn gerade dieser Baustandard wird von den Wohnbauföderungsstellen der einzelnen Bundesländer mehr und mehr gefördert, und es gibt hier besonders günstige Förderungsmöglichkeiten. Die extrem niedrigen Betriebskosten des Hauses spielen zusätzlich die Mehrkosten für den Passivhausstandard innerhalb kürzester Zeit wieder ein.

Miteinzubeziehen in eine solche Rechnung sind aber auch Überlegungen, die sich nicht unmittelbar und sofort auf das Hausbudget niederschlagen. Wie etwa, dass man mit der Entscheidung für ein solches Haus eine große und lebenslange Unabhängigkeit von den herkömmlichen Heizmitteln (Öl, Gas etc.) und auch von deren rasant steigenden Anschaffungskosten miterwirbt. Und nicht zuletzt darf auch das „grüne Gewissen“ jubeln: Passivhäuser gelten als eine der umweltfreundlichsten Bauweisen.

Gewinne maximieren – Verluste minimieren
Ob Fertighaus in Holzleichtbauweise oder massiv – Passivhäuser können so gut wie mit jedem Baustoff errichtet werden. Entgegen dem  alten Vorurteil der „Schuhschachteloptik“ gibt es heute bereits eine Vielzahl von gestalterischen Möglichkeiten. Achten sollte man jedoch darauf, dass der Anbieter auch tatsächlich über eine hohe Sachkenntnis verfügt. Denn die erfolgreiche Realisierung von Passivhäusern setzt hohes Detailwissen, große Sorgfalt und Professionalität in der Planung voraus.

Das Motto: „Gewinne maximieren – Verluste minimieren“ soll, laut Passivhaus-Baumeisterprofi Karl Macho, jede Planung und Ausführung des Passivhausstandards beherrschen. Gewährleistet wird dies, so Macho, der mit dem klima:aktiv-Haus in Ziegelbauweise österreichweit bekannt wurde, durch die Einhaltung einiger Grundprinzipien. Dazu zählen vor allem die Wärmedämmung, die Kompaktheit der Bauhülle (architektonische Form der Bauhülle), die Südausrichtung und eine Wärmebrückenfreiheit (verhindert auch Schimmelbildung).

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