23.03.2007 16:20 |

Californication

The Show

Kalifornien, das Land der Sonne, der Reichen und Schönen, hat genug vom Rest der USA. Ohne lang zu fackeln wird kurzer Prozess gemacht und ein eigener Staat ausgerufen. Nein, unser aller Arnie befindet sich nicht auf dem Terminator-Trip, sondern der fiese Despot und Medien-Mogul Lou Baxter ist in einer fernen Zukunft für diese Schandtat verantwortlich.

Damit seine Untertanen nur ja keinen Gedanken an Demokratie oder einen Zusammenschluss mit den USA verschwenden, veranstaltet Baxter "The Show". Auf einer vorgelagerten, künstlichen Insel treten Gladiatoren und Regimegegner zu Schlachten bis zum bitteren Ende gegeneinander an. Dieses Spektakel scheint die Bevölkerung so in ihren Bann zu ziehen, dass sie nicht mal mehr an einen Aufstand denken.

Doch die aufrechten und tapferen Rest-Amerikaner wollen diesem Treiben nicht mehr länger zusehen. Das Ziel ist klar: Die Show muss weg. Denn nach dem Kalkül der Strategen führt deren Ausfall zu einem solchen Unmut, dass ein Umsturz die logische Folge wäre. So wird der amerikanische Bond, Frank Harris, mit dem Himmelfahrtskommando betraut, in "The Show" aufzutreten und während der Gefechte diese zu sabotieren, um Lou Baxter zu stürzen.

Das Ganze erinnert von der Story her ein wenig an "Running Man", nur im konkreten Fall verbirgt sich dahinter ein reinrassiges Echtzeit-Strategiespiel. Anfangs wird, wie im Genre üblich, damit begonnen die eigene Basis hochzuziehen sowie Truppen zu erstellen, um dann mit geballter Kraft gegen die Gegner loszuschlagen. Frank Harris spielt dabei auf Seiten der Outlaws, die gegen die Ancient Force und Northland-Krieger antreten.

In "The Show" ist es nicht möglich direkt zur Basis des Gegners zu marschieren. Zuerst müssen die Außenposten, welche alle untereinander sequentiell, also in einer Kette miteinander verbunden sind, nach und nach eingenommen werden. Das bedeutet, dass bei strategisch wichtigen Knotenpunkte besondere Vorsicht angesagt ist, damit der Gegner nicht diesen Punkt erobert.

Während einer Mission muss Harris immer wieder in das Innere der Insel vordringen, um Pläne zu besorgen oder um Upgrades zu erhalten. Leider wiederholt sich dieses Schema von Mission zu Mission, so dass recht rasch gepflegte Langeweile dominiert.

Nett gemacht sind die Zwischensequenzen, sowie die schwebenden TV-Kameras, welche schon mal im wildesten Gefecht fernsehgerecht eine Werbung auf das Schlachtfeld projizieren. Die Spielgrafik selbst gibt sich keine Blöße, reißt allerdings auch nicht zu Begeisterungsstürmen hin.

Neben dem Kampagnenmodus existiert noch ein Gefechtsmodus, bei dem auch mehrere Spieler gegeneinander antreten dürfen.

Fazit: "The Show" ist nicht der ganz große Hit, sondern bietet vielmehr gediegene Hausmannskost. Alle Echtzeitstrategie-Fans bekommen mit dem Spiel somit neuen Nachschub, der aber ohne echte Highlights auskommen muss.

Plattform: PC
Publisher: Take Two Interactive
Krone.at-Wertung: 80%

von Harald Kaplan

Montag, 10. Mai 2021
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