20.02.2007 13:42 |

Traurige Statistik

2.358 Fälle von Gewalt gegen Kinder im Vorjahr

Im Vorjahr sind in Österreich 2.358 Delikte wegen Gewalt gegen Kinder angezeigt worden. Das geht aus Daten des Justiz- bzw. Innenministeriums hervor. "Die Dunkelziffer dürfte allerdings viel höher liegen, besonders was Paragraf 92 (Anm.: Quälen oder Vernachlässigen unmündiger oder wehrloser Personen) betrifft. Die Jugendwohlfahrt muss aktiver werden", fordert der SPÖ-Abgeordnete Maier.

Von den angezeigten 2.358 Delikten entfallen 1.598 auf Körperverletzung, 458 auf sexuellen bzw. schweren sexuellen Missbrauch von Minderjährigen, 168 auf Nötigung bzw. schwere Nötigung, 116 auf Paragraf 92, sieben auf Freiheitsentziehung, acht auf Mord und je einer auf Aussetzung, Entführung einer unmündigen Person und erpresserische Entführung.

Vier tote Kinder in Mauerbach
Auffällig ist, dass alle acht Delikte bezüglich Mordes und von den 458 Delikten bei sexuellem Missbrauch 165 dem familiären Bereich zugeordnet werden. Allein vier Kinder tötete ein 50-Jähriger im niederösterreichischen Mauerbach. Er hatte Anfang Jänner vier seiner fünf Töchter umgebracht.

Von 2000 bis 2006 gab es insgesamt 18.677 Delikte gegen Kinder, wobei 12.442 auf Körperverletzung entfielen, 4.214 auf sexuellen bzw. schweren sexuellen Missbrauch Minderjähriger, 1.032 auf Paragraf 92 und 57 auf Mord. Maier bezeichnete diese Zahlen und das Quälen und Vernachlässigen von Kindern als "besonders schockierend".

"Familiäre Gewalt wird nicht mehr als Privatsache, sondern als eine staatliche und gesamtgesellschaftliche Verantwortung wahrgenommen. Erfahrungen zeigen, dass die Bevölkerung das Instrument des Betretungsverbotes immer mehr annimmt", erklärte das Justizministerium auf eine parlamentarische Anfrage Maiers. Für Maier ist es dennoch wichtig, dass die Behörden früher einschreiten, "vor allem wenn Nachbarn Meldungen machen".

Montag, 14. Juni 2021
Wetter Symbol