12.02.2007 15:27 |

Anschlag-Serie

Bomben auf Märkte in Bagadad: Dutzende Tote!

Bei drei Anschlägen binnen weniger Minuten im Zentrum Bagdads sind am Montag nach offiziellen Angaben über 70 Iraker getötet worden. Der US-Nachrichtensender CNN sprach unter Berufung auf Informationen aus dem Bagdader Innenministerium sogar von 90 Toten und 160 Verletzten.

Nach Angaben der Sicherheitskräfte explodierte zunächst eine Bombe in einem Geschäftsviertel der irakischen Hauptstadt. Kurz darauf zündeten Aufständische zwei weitere Bomben auf dem Großmarkt Al- Schurdscha, der schon mehrfach Ziel von Anschlägen war. Zahlreiche Stände wurden zerstört. Unter den Opfern seien viele Frauen und Kinder, hieß es.

Sirenen waren noch Stunden später zu hören
Über der Stadt war stundenlang eine dichte schwarze Rauchwolke zu sehen. Die Sicherheitsbehörden befürchteten, dass die Opferzahl noch weiter steigen könnte, da die Wucht der Explosionen sehr stark war und sich zahlreiche Menschen zum Zeitpunkt des Anschlags auf dem Markt aufhielten. Auch Stunden nach den Explosionen waren noch die Sirenen von Krankenwagen zu hören.

Schwarze Rauchwolke über Bagdad
Zahlreiche Stände wurden von den Explosionen dem Erdboden gleich gemacht, unzählige Trümmerteile lagen auf der Straße verteilt, die teilweise noch brannten. Eine oder mehrere Bomben detonierten in einer Tiefgarage in Shorja. Aus der Garage, in der hunderte Autos geparkt waren, schlugen meterhoch Flammen. Über Bagdad war eine dichte pechschwarze Rauchwolke zu sehen.

Die Sicherheitsbehörden befürchteten, dass die Opferzahl noch weiter steigen könnte. Noch zwei Stunden nach den Explosionen waren die Sirenen von Krankenwagen zu hören. Beide Gegenden sind überwiegend von Schiiten bewohnt. Die Menschen in dem Geschäftsviertel riefen nach den Detonationen „Wo ist die Regierung?“, „Wo ist der Sicherheitsplan?“ und „Wir haben genug“.

Explosionen direkt nach Schiiten-Gedenken
Die Explosionen ereigneten sich unmittelbar nach einem 15-minütigen Gedenken an den Anschlag auf die Goldene Moschee von Samarra, die zu den wichtigsten Heiligtümern der Schiiten gehört. Nach dem Anschlag vor etwa einem Jahr, bei dem die imposante Goldkuppel einstürzte und ein Iraker starb, war es zu blutigen Racheakten an Sunniten gekommen. Nach dem islamischen Kalender war am Montag der Jahrestag des Anschlags von Samarra.