So, 22. Juli 2018

Kein Steinbruch

11.01.2018 15:35

Einigkeit bei Schwarz, Blau und Rot

Steinbruch. Das ist in Faistenau ein Reizwort. Wie berichtet, stemmen sich sowohl Gemeinde-Vertretung als auch Bürger gegen den geplanten Schotterabbau am Hausberg Lidaun. Sie befürchten Lärm, Staub, Zerstörung des Naherholungsgebietes und Schaden für den Tourismus. Jetzt kommt zusätzliche Rückendeckung.

Und zwar hat sich SP-Landesboss Walter Steidl bei Bürgermeister Josef Wörndl (VP) genau über den geplanten Schotterabbau informiert. Steidls eindeutiger Schluss: "Die Auswirkungen und Belastung für die Bevölkerung sind zu groß." Damit schlägt Steidl in die selbe Kerbe wie der Bürgermeister und sein Vize Andreas Teufl (FPÖ), die Front gegen das Projekt wird breiter. "Ich fordere die Landesregierung auf, die Gemeinde Faistenau im Kampf gegen den Steinbruch nicht im Stich zu lassen", so Steidl.

Gemeinde wehrt sich seit Jahren gegen Abbau
Tatsächlich dauert der Kampf jetzt schon fast zehn Jahre und Vizebürgermeister sowie Gastwirt Andreas Teufl ist überzeugt: "Wenn wir uns nicht so vehement gewehrt hätten, würden die Lastwagen schon lange fahren." Sogar Anwälte hat die Gemeinde engagiert, Gutachten in Auftrag gegeben, um stichhaltige Argumente in der Hand zu haben.

Zuletzt gingen die Wogen hoch als im September zum zweiten Mal im Sinne des Mineralrohstoffgesetzes in Faistenau verhandelt wurde. Mit einem Salut vom Lidaun setzten die Prangerstutzenschützen ein Zeichen, wie nahe der geplante Abbau dem Ortszentrum ist. Die zweite Verhandlung wurde notwendig, weil der erste, positive Bescheid wegen massiver Formalfehler aufgehoben werden musste. Doch nicht nur in dieser Hinsicht gibt es viele Fragezeichen, sondern auch was die Wasserversorgung und Quellen im betroffenen Gebiet betrifft.

Walter Steidl zweifelt auch stark an der Qualität des Materials und konkretisiert: "Es ist nur durchschnittlich und könnte auch woanders abgebaut werden." Das sieht Schotterunternehmer Hans Eder freilich anders, sieht den Lidaun als Schlüsselprojekt für die Versorgung im Flachgau. Außerdem verweist die Familie Eder auf Gutachten, die die Verträglichkeit des Projekts mit Menschen und Natur untermauern.

Die nötigen Bescheide stehen zur Zeit noch aus, die Faistenauer bemühen sich um die Unterstützung der Landespolitik. "Ende Jänner werden wir unsere Bedenken beim Landtagsausschuss vorbringen", verriet Andreas Teufl der "Krone". Er ist erleichtert über die Einigkeit der Parteien gegen den Abbau, aber fügt hinzu: "Jetzt fehlt nur noch eine klare Position der Grünen."

Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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