Von Mithäftlingen

Berliner U-Bahn-Treter krankenhausreif geprügelt

Ausland
09.12.2017 12:16

Als U-Bahn-Treter von Berlin hatte er im Oktober 2016 über die Grenzen Deutschlands hinaus für Entsetzen gesorgt, weil er eine junge Frau von hinten attackierte und eine Treppe hinunterstieß. Für diese feige Attacke wurde der 28-Jährige zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Und genau dort wurde er am Freitag selbst zum Opfer von Gewalt: Mehrere Mithäftlinge haben den Mann derart verprügelt, dass er in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Die Attacke auf den Straftäter ereignete sich am Freitagnachmittag im Haus 1 der Berliner Haftanstalt Großbeeren außerhalb seiner Zelle. Wie die "Bild" berichtete, schlugen die Mithäftlinge während der sogenannten Laufzeit, jener Zeit, in der die Insassen zum Beispiel zu ihren Arbeitsstellen oder anderen Abteilungen des Gefängnisses gehen dürfen, zu. Während dieser Minuten begegnen sich die Häftlinge vor allem in den Gängen.

Der U-Bahn-Treter war erst einen Tag davor überstellt worden. Zuvor saß er in der Justizvollzugsanstalt Tegel ein. Dort sei der Mann einem Justizsprecher zufolge aber "nicht mehr sicher" gewesen, weshalb es zu der Verlegung kam. Doch auch in Großbeeren sprach sich offenbar schnell herum, um wen es sich bei dem neuen Häftling handelt.

Der Treter (li.) und seine beiden Komplizen (Bild: Polizei)
Der Treter (li.) und seine beiden Komplizen

Gutachter bescheinigte Täter verminderte Schuldfähigkeit
Der Angriff hatte im Vorjahr für Entsetzen gesorgt. Ein Promi-Bodyguard setzte bei der Suche nach dem Täter sogar ein Kopfgeld von 2000 Euro für sachdienliche Hinweise aus. Der aus Bulgarien stammende Angeklagte gestand im Prozess die Tat und bat um Entschuldigung. Ein psychiatrischer Gutachter hatte dem Täter eine verminderte Schuldfähigkeit bescheinigt - wegen einer hirnorganischen Störung nach einem Autounfall sowie wegen Missbrauchs von Alkohol und Drogen. Letztendlich wurde er wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren und elf Monaten Haft verurteilt.

Die junge Frau hatte bei dem Sturz einen Armbruch und eine Platzwunde am Kopf erlitten. Im Prozess sagte sie aus, in der ersten Zeit nach der Tat habe sie den Kontakt zur Außenwelt gemieden. Nach der Attacke habe sie "monatelang gelitten".

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