03.01.2007 20:17 |

Gelbe Engel in Not

ÖAMTC- Hubschrauber in roten Zahlen

Bei rund 16.500 Einsätzen hat die ÖAMTC-Hubschrauberflotte im Vorjahr unzähligen Menschen das Leben gerettet. In Ostösterreich allerdings trübt ein finanzieller Absturz die Erfolgsbilanz der so erfolgreichen Christophorus-Flotte: Wegen einer Vielzahl von Fehleinsätzen beträgt das Minus zwei Millionen Euro.

Im Durchschnitt ist im Vorjahr alle 20 Minuten ein ÖAMTC-Helikopter zu einem Einsatz gestartet. Bei rund 80 Prozent dieser Flüge wurde die Notfall-Crew direkt zum Unfallort gerufen und war spätestens 13 Minuten nach Alarmierung am Unglücksort. Im Schnitt schlägt sich ein solcher Hubschrauberflug mit 2200 Euro zu Buche.

Flug ohne Patienten

Erhebliche Logistik-Probleme gab es allerdings in Ostösterreich. Nahezu bei jedem zweiten Start musste der Hubschrauber nämlich ohne Patienten umkehren. Der Grund: Zu oft wurden die fliegenden Notärzte wegen Lappalien alarmiert und zurückgerufen. Meist dann, wenn sich während des Fluges herausstellte, dass der Patient auch mit einem Rettungsauto transportiert werden kann. Somit ist die Zahl der nicht mehr verrechenbaren und nicht finanzierten Einsätze explodiert.


"Das bereits mehrere Jahrzehnte alte Verrechnungssystem mit der Sozialversicherung muss auf neue Beine gestellt werden", fordert nun ÖAMTC-Flugrettungschef Kurt Nordberg ein Umdenken. Nur so könne es der Christophorus-Flotte gemeinsam mit dem zentralen LEBIG-Rettungssystem künftig gelingen, aus der roten Zone herauszufliegen. Nordberg fordert für den Jänner einen "Heli-Krisengipfel".


VON CHRISTOPH MATZL
Donnerstag, 06. Mai 2021
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