Mi, 24. Oktober 2018

Messerattacke in D

28.11.2017 19:33

Bürgermeister: "Ich habe um mein Leben gefürchtet"

"Ich habe um mein Leben gefürchtet", sagte der CDU-Politiker Andreas Hollstein am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Der Bürgermeister der westdeutschen Kleinstadt Altena war am Vorabend bei einer Messerattacke verletzt worden. Er sieht sich als Opfer eines Klimas von Hass und Hetze. Der mutmaßliche Täter befindet sich mittlerweile in Untersuchungshaft, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstagabend mitteilte.

Die westdeutsche Kleinstadt gilt als Vorzeigekommune im Bemühen um die Integration von Flüchtlingen - und genau das dürfte dem Bürgermeister zum Verhängnis geworden sein. Hollstein war am Montagabend in einem Döner-Imbiss von einem Mann mit einem Messer verletzt worden. Der ihm unbekannte Mann habe ihn von der Seite angeschaut und gefragt: "Sind Sie der Bürgermeister?" Der Täter habe dann kommentarlos ein Messer gezogen und vor der Tat gesagt: "Sie lassen mich verdursten und holen 200 Flüchtlinge nach Altena."

Nur mit der Hilfe der Betreiber des Imbisses habe er den Täter abwehren können, der schließlich von der herbeigerufenen Polizei festgenommen wurde. "Ich habe um mein Leben gefürchtet", wiederholte der CDU-Politiker.

"Messer war für mich gedacht"
Hollstein erklärte, er gehe davon aus, dass der Mann vorsätzlich gehandelt habe: "Ich glaube, dass das Messer in der Tasche für mich gedacht war." Der Mann sei "steuerungsfähig" gewesen, er habe aber auch eine Alkoholfahne wahrgenommen. Nach dem Angriff habe er nun sogar Mails von Menschen erhalten, die die Tat auf ihn für richtig hielten. Er wolle seine Arbeit aber fortsetzen, betonte der 54-Jährige: "Ich stehe mit meiner Persönlichkeit und meinem Selbstverständnis gegen Hass ein."

Hollstein kam bei dem Attentat mit leichten Verletzungen davon - offenbar, weil er das Messer des Angreifers zur Seite drücken konnte. Laut Staatsanwaltschaft fügte der 56-jährige Attentäter dem Bürgermeister eine rund 15 Zentimeter lange Schnittwunde am Hals zu. Dem Angreifer wird nun versuchter Mord vorgeworfen, da er in Tötungsabsicht und aus niederen Beweggründen gehandelt haben soll, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hagen mitteilte. Man werte die Tat allerdings als Spontantat. Die bisherigen Ermittlungen hätten keine Hinweise darauf ergeben, dass der Mann "in der rechten Szene in organisierter Form" tätig war. Allerdings deute vieles auf psychische Probleme des Mannes hin.

Entsetzen nach blutiger Attacke
Zahlreiche Politiker hatten mit Entsetzen auf die Tat reagiert, unter ihnen die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Ich bin entsetzt über den Messerangriff auf Bürgermeister Hollstein - und sehr erleichtert, dass er schon wieder bei seiner Familie sein kann", twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstag im Namen der Kanzlerin. Merkel hatte Altena erst im Mai mit einem Integrationspreis ausgezeichnet. Die Stadt im Sauerland mit rund 17.000 Einwohnern hat Hollstein zufolge rund 450 Flüchtlinge aufgenommen, das Zusammenleben sei "absolut unproblematisch".

 krone.at
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