Sa, 23. Juni 2018

Milliardengeschäft

24.10.2017 05:58

AK warnt: Online-Games sind echte Datenkraken

Der Datenschutz befindet sich bei Onlinespielen auf der Verliererseite: Dieser Geschäftszweig macht nämlich heuer nicht nur 108 Milliarden Dollar (91,39 Milliarden Euro) Umsatz, sondern ist auch eine Goldgrube für Datenkraken aller Art, kritisierte die Arbeiterkammer bei einer Pressekonferenz in Wien.

Ausspioniert werden dabei nicht nur spielsüchtige Teenager, weiß AK-Mitarbeiterin Gabriele Zgubic, denn der Altersdurchschnitt der Gamer ist mittlerweile bei über 30 Jahren angekommen. Sogar die NSA interessiert sich laut Edward Snowden für die Informationen, die dabei zusammengetragen werden.

Rollenspiele verraten viel über das Sozialverhalten
Laut der AK-Studie geben Spieler beim Zocken mehr bekannt als "nur" ihre persönlichen Daten sowie jene der Kreditkarte. Der Betreiber weiß genau, wann, wie lange und welche Rollen auf welcher Hardware gespielt werden. Besonders bei Rollenspielen verraten die Handlungen und die Kommunikation mit anderen viel über das Sozialverhalten. "Die großen Plattformen haben einen guten Überblick, was ihre Spieler auch sonst in ihrer Freizeit tun", meinte Studienautor Jaro Krieger-Lamina vom Institut für Technologiefolgen-Abschätzung.

Doch was wollen die Betreiber mit diesen Daten? Vor allem ihren Kunden das Geld aus den Taschen ziehen, etwa durch maßgeschneiderte Angebote für Käufe innerhalb des Spiels. Was sonst damit geschieht, bleibt weitgehend im Dunkeln. Jedoch befürchtet Krieger-Lamina, dass sich Hacker Zugriff darauf verschaffen können oder die Datensätze weiterverkauft werden.

Arbeiterkammer fordert mehr Schutz und Kontrolle
Daniela Zimmer von der Abteilung Konsumentenpolitik der AK Wien wünscht sich deshalb mehr Schutz und Kontrollen. Für Datenklauseln seien unter anderem gesetzliche Regeln nötig, um Missbrauch zu unterbinden. Auch Anbieter aus den USA seien aufgrund der Datenschutz-Grundverordnung in die Kontrollen einzubeziehen.

Die Konsumenten wiederum sollten laut Zimmer möglichst wenige Daten bekanntgeben, und jene Spiele bevorzugen, bei denen man ohne Social-Media-Profile oder Telefonnummern auskommt. Bei vielen Handys ließe sich auch bei den Einstellungen festlegen, ob andere die eigenen Daten einsehen können oder worauf die Apps zugreifen können. Wer ein Game endgültig verlässt, sollte auch seinen Account komplett löschen.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.