22.12.2006 16:32 |

Karnickelplage

Rayman Raving Rabbids

Eigentlich kennt man Rayman bislang nur als Held unzähliger Jump'n'Run-Episoden. In seinem neuesten Abenteuer "Rayman Raving Rabbids" hat er jedoch in einer Vielzahl aberwitziger Mini-Games mit einer Horde wildgewordener Kanichen zu kämpfen...

Genau genommen sollen es ja Hasen sein, die Rayman das Leben zur Hölle machen. Angesichts der bizarr-grotesken Gesichtszüge dieser Tiere lässt sich jedoch nicht mit absoluter Gewissheit sagen, mit welcher Spezies wir es hier eigentlich zu tun haben. Auf jeden Fall kidnappen diese Launen der Natur Rayman bei einem gemütlichen Picknick im idyllischen Grün und sperren ihn in eine Gefängniszelle.

Da es in dieser auf Dauer ziemlich fad werden kann, bekommt der Held auch täglich seinen Ausgang: in eine Arena voller Häscher-Häschen, in der Rayman sein Talent in zahlreichen Wettbewerben unter Beweis stellen muss. Fordert die aufgebrachte Menge anfangs noch den Tod, so spielt sich unser Held im Verlauf des Spiels langsam aber sicher in die Herzen seiner Entführer - und kann so an seinem Fluchtplan tüfteln.

Ehe es allerdings so weit ist, muss Rayman in über 70 Mini-Games bestehen. Pro Tag müssen drei von vier Qualifikationsspielen erfolgreich absolviert werden, um zu einer Abschlussaufgabe zu gelangen. Fleißige spielen alle vier Games und bekommen so neue Outfits oder Songs für die Jukebox geschenkt. Meistert Rayman auch die Hauptaufgabe, so landet er zur Belohnung mit einem Pümpel, auch bekannt als Klostampfer, wieder in seiner Zelle. Was es damit auf sich hat, sei an dieser Stelle jedoch nicht erwähnt...

Bei den Mini-Games wird eine breite Mischung aus Reaktions-, Geschicklichkeits- oder Rhythmus-Spielchen geboten. Gleich die erste Qualifikationsrunde erinnert einen unweigerlich an alte C64-Tage, in denen die Joysticks "tot-gedaddelt" wurden: Rayman muss ein bombiges Geschenk überbringen, ehe dieses explodiert. Mit beiden Analog-Sticks muss daher so schnell wie möglich hoch und runter gerudert werden. Da werden die motorischen Fähigkeiten schnell an die Grenze ihrer Belastungsfähigkeit getrieben.

In anderen Spielen müssen die Rabbids beispielsweise am Verlassen des stillen Örtchens gehindert werden, auf einem Flugsaurier reitend entflohene Schweine eingefangen oder ein rasantes Warzenschwein-Rennen ausgetragen werden. Besonders amüsant sind die "Egoshooter"-Missionen, in denen Rayman auf vorgegebenen Wegen in feinster "Moorhuhn"-Manier mit seinem Pümpel-Gewehr Jagd auf die irren Nager macht.

Alle in der Arena gemeisterten Disziplinen sind später auch einzeln über das Menü abrufbar. Auf Wunsch können dann sogar bis zu vier (auf der PS2 nur zwei) Freunde miteinander spielen - sei es per Splitscreen, auf einem Bildschirm oder abwechselnd nacheinander.

Grafisch präsentiert sich "Rayman Raving Rabbids" im absolut durchgeknallten Comic-Look, der auf der PS2 allerdings eine Spur schärfer hätte ausfallen können. Das Charakter-Design weiß dennoch zu überzeugen. Ein wenig stören hingegen die zwischen den Mini-Gams auftretenden Ladezeiten. In Sachen Sound und Musik gibt man sich eher dezent, meistens dominiert sowieso das "Whua"-Geblöke der Hasen.

Fazit: Durchgeknallter Humor und witzige Grafik machen "Rayman Raving Rabbids" zu einem zwar kurzweiligen, aber dennoch absolut unterhaltsamen Spiele-Spaß. Dieser lässt sich im Multiplayer-Part sogar noch steigern, allerdings haben hier PS2-Besitzer ein wenig das Nachsehen. Für Mini-Games-Liebhaber definitiv einen Blick wert.

Plattform: PS2 (getestet), PC, Xbox360, Wii, GBA, DS
Publisher: Ubisoft
Krone.at-Wertung: 83%


von Sebastian Räuchle

Samstag, 08. Mai 2021
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