21.12.2006 12:59 |

Nach Kunstraub

Schäden an Munchs Bild "Der Schrei" irreparabel

Das weltberühmte Gemälde "Der Schrei" des Norwegers Edvard Munch (1863-1944) ist von Kunsträubern irreparabel beschädigt worden. Wie der Rundfunk am Donnerstag meldete, sind Experten des Osloer Munch-Museums nach monatelangen Untersuchungen zu dem Ergebnis gekommen, dass an dem Bild kleine Verfärbungen entstanden sind, weil es von den Dieben in zu feuchter Umgebung aufbewahrt worden ist. Diese Schäden könnten nicht behoben werden. Sie seien allerdings so gering, dass Betrachter im Museum sie nicht wahrnehmen könnten.

Das Bild war am 22. August 2004 zusammen mit Munchs "Madonna" mit vorgehaltener Pistole und vor zahlreichen Augenzeugen aus dem Museum geraubt worden. Die beiden 1893 und 1894 entstandenen Bilder gelten als Hauptwerke des Frühexpressionismus. Sie konnten erst zwei Jahre später sichergestellt werden. Wie das Museum weiter mitteilte, sind an der "Madonna" mehrere Risse und kleine Löcher entstanden, die extrem aufwendige Reparaturarbeiten erforderten.

Die maskierten Räuber rissen die Kunstwerke, die zusammen einen Schätzwert von umgerechnet 90 Millionen Euro haben, einfach von der Wand. Auf der Flucht zerrten sie die Bilder dann auch noch aus den Rahmen. Drei Norweger sind für den spektakulären Kunstraub zu Haftstrafen zwischen vier und acht Jahren verurteilt worden. Es wurden nie Lösegeldzahlungen verlangt. Nach Überzeugung der Polizei diente die Tat den Räubern vor allem dazu, die Kripo von ihren Ermittlungen zu einem kurz zuvor verübten ebenfalls Aufsehen erregenden Banküberfall abzulenken.