Mi, 18. Juli 2018

"Menschenhandel"?

07.10.2017 21:21

Dumping-Löhne & Co: Die "Tricks" der Baufirmen

Der Gewerkschaft Bau-Holz reicht es: Immer mehr ausländische Unternehmen, die in Österreich arbeiten, würden heimischen Baufirmen mit "Dumping-Löhnen" das wirtschaftliche Leben schwer machen. Man habe daher Beschwerde bei der EU-Kommission eingebracht.

"Was hier passiert ist moderner Menschenhandel, der gestoppt werden muss", betont Vorsitzender Josef Muchitsch. Kontrollen auf heimischen Baustellen würden dies eindeutig belegen.

Entsendedauer steigt stetig
So wurden im ersten Halbjahr 2017 über 3360 inländische Betriebe inspiziert, dabei gab es nur bei 40 Betrieben Verdachtsfälle auf Unterentlohnung. Im selben Zeitraum wurden über 800 ausländische Betriebe kontrolliert, die über 3700 Arbeitnehmer nach Österreich entsendet haben. Dabei gab es Beanstandungen bei 360 (!) Firmen. Gleichzeitig steigt die Entsendedauer laufend. Waren es im 1. Halbjahr 2015 insgesamt 437.000 Tage, sind es aktuell schon 522.000 Tage.

In den ersten zwei Jahren zahlen entsendete Arbeitnehmer auch keine Sozialversicherung in Österreich - was ebenfalls den Wettbewerb verzehrt. Muchitsch: "Viele Firmen werden nur gegründet, um billige Arbeitskräfte aus Osteuropa zu importieren". Eine Verschärfung der Entsenderichtlinie sei unter anderem daher dringend nötig.

G. H., Kronen Zeitung

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