Mo, 20. August 2018

Sonst keine Spiele:

14.08.2017 22:46

Olympia im Land nur nach zehn Tiroler Vorgaben

Nun ist die Katze aus dem Sack bzw. die Frage ausformuliert, die die Tiroler am 15. Oktober bei der Olympia-Volksbefragung beantworten sollen. Sie lautet: "Soll das Land Tirol ein selbstbewusstes Angebot für nachhaltige, regional angepasste sowie wirtschaftlich und ökologisch vertretbare Olympische und Paralympische Winterspiele Innsbruck-Tirol 2026 legen?"

Die Frage beinhaltet all jene Aspekte, auf die die Politik abzielt und die man nun bis zum 15. Oktober wohl drehorgelmäßig der Bevölkerung sagen wird: Die Spiele müssen nachhaltig, wirtschaftlich und ökologisch sein, sonst gebe es keine Spiele in Tirol. Soll heißen: Zurück zu den Wurzeln der Spiele, zu Tradition und Leistbarkeit, vor allem auch für die einheimische Bevölkerung. Die Eckpfeiler dafür wurden mit einem Zehn-Punkte-Programm gesetzt.

Platter: "Ich stimme aus Überzeugung mit Ja!"

LH Günther Platter betonte gestern unmissverständlich: "Unsere Spiele, nach unseren Regeln. Nein zu Gigantismus und neuen Sportstätten, hin zu echtem Mehrwert für das Land und die Bevölkerung." Tirol habe eine einmalige Chance, meinte Platter.

Auch Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer sprach davon, dass bei den Olympischen Jugendspielen (YOG) im Jahr 2010 eine Trendwende eingeleitet worden sei. "Es wurde finanziell ein Überschuss erwirtschaftet und etwa durch neue Wohnungen nachhaltig ein Mehrwert für die Bevölkerung geschaffen." Beide Politiker werden aber keine Empfehlung für die Volksbefragung abgeben, jedoch bei selbiger voll Überzeugung mit Ja stimmen.

OÖC-Generalsekretär: "Chancen für Zuschlag an Tirol bei mehr als 50 Prozent"

ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel betonte, dass eine Kandidatur Tirols beim IOC "positiv ankommen wird". Die Chancen für einen Zuschlag bezeichnete er mit "über 50 Prozent".

Das sind die zehn Punkte:

­­- Zurück zur Wiege des Wintersports: Innsbruck/Tirol versteht sich als "Erneuerer der Olympischen Idee". Der Sport und das völkerverbindende Element sollen im Mittelpunkt stehen.

- Wiederentdeckung der Maßstäblichkeit: So sollen deutlich weniger Zuschauerplätze zur Verfügung stehen.

- Ausgeglichenes Budget und transparente Kontrolle: Die Einnahmen sollen die Ausgaben bestimmen, es soll kein Steuergeld verwendet werden. Dass das gehe, hätten die YOG-Spiele mit 3,3 Mill. € Überschuss gezeigt.

- Mehrwert für Tirol: Durch Werbung. 2,1 Milliarden Zuseher in 220 Ländern verfolgen die Spiele. Weiters sollen neue Arbeitsplätze entstehen, das Thema Schulsport forciert und damit die Kinder zu einer gesünderen Lebensweise motiviert werden.

- Wohnraum: Am Frachtenbahnhof sind 400 geförderte Wohnungen geplant.

- Keine unangemessene Entwicklung des Preisniveaus: Mit den Sozialpartnern wurden bereits Maßnahmen gegen Preisexplosionen ausgearbeitet. Eine Art "Teuerungsverbot" ist das politische Ziel.

- Keine neuen Sportstätten: Tirol sei "olympiafit", die bestehende Infrastruktur gehöre aber modernisiert.

- Sicherheit als zentrales Thema: Die Aufrechterhaltung der allgemeinen Sicherheit sei wie beim Hahnenkammrennen oder dem Opernball Aufgabe des Bundes. In der Machbarkeitsstudie wurden aber rund 40 Mill. € aus Tirol budgetiert.

- Öko-Nachhaltigkeit und Mobilität: Keine Neuerschließungen oder gar Berührung von Schutzgebieten. 10 von 13 Sportstätten sind jetzt schon an die Schiene angebunden. Man will "Olympia auf Schiene".

- Olympia 2026 in Tirol als gemeinsame Botschaft: Austragungs- und Trainingsstätten in ganz Tirol erfordern eine Kräftebündelung.

Liste Fritz bezeichnet Olympiafrage als "peinlich"

"Wir geben dieses Angebot mit bestem Gewissen an die Bevölkerung weiter", betonte LH Platter. Die Liste Fritz bezeichnete die "Olympia-Frage" als "peinlich und manipulativ".

Claus Meinert
Claus Meinert

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