So, 22. Juli 2018

Entscheidung naht

26.07.2017 15:37

Zillertalbahn: Wasserstoff als neuer Antrieb?

Die Dieselfahrzeuge der Zillertalbahn müssen dringend ersetzt werden. Die Verantwortlichen wollen von Diesel auf nachhaltige Formen umsteigen, zwei Varianten werden derzeit geprüft. Dem Antrieb via elektrischer Oberleitung steht jener mittels Wasserstoff-Brennstoffzelle gegenüber. Eine Entscheidung gibt’s im Herbst.

Die Köpfe bei den Vorständen der Zillertalbahn rauchen derzeit ordentlich. Es wird tagtäglich gegrübelt und geprüft. "Wir sehen uns beide Antriebsvarianten bis ins kleinste Detail an, führen technische und wirtschaftliche Untersuchungen durch und unterbreiten dem Aufsichtsrat im Herbst die in unseren Augen bessere Variante", sagt Helmut Schreiner, technischer Vorstand.

Elektroantrieb fordert Oberleitungen

Einerseits steht der herkömmliche Elektroantrieb zur Auswahl. "Die Motoren haben im Vergleich einen höheren Wirkungsgrad. Wir müssten Oberleitungen bauen und der dafür benötigte Strom wäre etwas teurer", präzisiert Schreiner.

"Würden Energie in der Nacht prodzieren"

Mit der Wasserstoff-Variante würde man sich hingegen in neue Sphären bewegen. "Das wäre weltweit eine Premiere", erklärt der Experte und ergänzt: "Die Motoren haben bei dieser Variante zwar einen niedrigeren Wirkungsgrad, doch dafür würde man sich die Fahrleitungen und Masten ersparen. Man müsste lediglich an den Endhaltebahnhöfen Tankstellen errichten." Außerdem würde die Energie direkt im Fahrzeug erzeugt. Ein weiterer Vorteil, wie Schreiner schildert: "Wir könnten die Energie in der Nacht produzieren, der Strom würde uns günstiger zur Verfügung stehen."

70 bis 80 Millionen Euro

Sowohl für die herkömmliche als auch für die moderne Variante müssten jeweils zwischen 70 und 80 Millionen Euro investiert werden. "Am Ende des Tages sind zwischen den Möglichkeiten keine wesentlichen Kosten-Unterschiede zu erwarten", klärt Schreiner auf.

Fertigstellung: 2022

Im Herbst trifft der Aufsichtsrat eine Entscheidung. 2018 wird die Ausschreibung erfolgen und für 2021 steht die Auslieferung auf der Agenda. Zum Fahrplanwechsel Anfang Dezember 2022 wird mit der Inbetriebnahme gerechnet.

Jasmin Steiner, Kronen Zeitung

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