19.07.2017 07:26 |

Nach Prügelei in Bus

Künftig weniger Werbung auf den Fensterscheiben

Der Salzburger Verkehrsverbund reagiert auf den Vorfall vom vergangenen Freitag, bei dem ein rabiater Mann einen Bus-Chauffeur attackierte, zwei Frauen in Panik die Scheiben einschlugen - und dabei aufgrund der Werbeaufkleber ihre Probleme hatten. Im Zukunft werden die Bus-Fenster nicht mehr komplett damit zugeklebt.

Zugegeben: Diskussionsthema waren die voll beklebten Bus-Scheiben in Salzburg schon öfters. Auch, weil die perforierten Klebefolien den durchaus lohnenden Blick nach draußen trübten. Seit dem vergangenen Freitag ist zum optischen Kritikpunkt auch jener der Sicherheit dazugekommen.

15-Jährige schlug mit Notfallhammer Busscheibe ein
Wie berichtet, hatte ein bislang weiterhin noch unbekannter Mann bei der letzten Fahrt eines Postbusses in Salzburg-Herrnau den Chauffeur attackiert und diesem nach einen vorangegangen Streit mitten ins Gesicht geschlagen. Der Lenker reagierte geistesgegenwärtig und manövrierte seinen Bus in eine Haltestelle. Auch zwei Fahrgäste, ein Mädchen (15) und eine Touristin (30), bekamen den Vorfall mit. Sie schlugen in Panik mit dem Notfallhammer eine Scheibe ein und sprangen durch das demolierte Fenster ins Freie - um Hilfe zu holen.

"Wenn Probleme, dann gilt es zu handeln"
Aber: Eben mit den Werbefolien, die bei dem Regionalbus über das ganze Fenster verklebt waren, hatte das Mädchen beim Einschlagen der Scheibe so seine Schwierigkeiten. Grund genug für den Salzburger Verkehrsverbund, zu reagieren. "Die Folien sind zwar speziell zertifiziert, aber wenn es im Ernstfall - so wie aktuell - tatsächlich zu Problemen kommt, dann gilt es zu handeln", sagt Verkehrsverbund-Sprecher Johannes Gfrerer. Heißt: Bei jenen vier Bussen, die vollständig mit Werbefolie beklebt sind, wird diese sofort entfernt.

Komplettfolierung soll künftig vermieden werden
Nicht nur das: Auch in Zukunft soll eine Komplettfolierung bei der 200 Fahrzeuge umfassenden Flotte vermieden werden. "Die in Fahrtrichtung rechts gelegenen Seitenfenster bleiben frei. Damit soll das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste gesteigert werden", sagt Geschäftsführerin Allegra Frommer.

Max Grill, Kronen Zeitung

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