Coup nach Debatten

Alcaraz: „Ich habe sie eines Besseren belehrt!“

Tennis
02.02.2026 14:03
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Von krone Sport

Als jüngster Spieler aller Zeiten hat Carlos Alcaraz die vier großen Tennisturniere gewonnen. Auch die wilden Debatten um seine Trainertrennung konnten ihn nicht aus der Ruhe bringen: „Ich habe sie eines Besseren belehrt!“

Mit 22 Jahren und 272 Tagen komplettierte er am Sonntag im Finale der Australian Open gegen Altmeister Novak Djokovic seine Grand-Slam-Sammlung, die Motivation für weitere Großtaten ist ihm aber keineswegs abhanden gekommen. Es ist für Alcaraz ganz einfach. „Ich hasse es zu verlieren“, sagte der Spanier. „Das ist meine Motivation. Zu versuchen, so wenig zu verlieren, wie ich kann.“

Carlos Alcaraz
Carlos Alcaraz(Bild: AFP/APA/David GRAY)

  Bisher ist ihm das in seiner immer noch jungen Karriere auf beeindruckende Weise gelungen. Sieben Grand-Slam-Titel hat der Weltranglisten-Erste bereits gewonnen. Und so, wie der Spanier aktuell zusammen mit dem Südtiroler Jannik Sinner das Männer-Tennis dominiert, werden noch viele dazukommen. „Es ist historisch und legendär, was du leistest“, sagte der 38-jährige Djokovic – mit 24 Grand-Slam-Titeln schon längst eine Tennis-Legende.

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Ich hasse es zu verlieren. Das ist meine Motivation. Zu versuchen, so wenig zu verlieren, wie ich kann.

Carlos Alcaraz

  Wenn Alcaraz so lange spielt wie Djokovic, ist es nicht vermessen zu prognostizieren, dass der Spanier dem Serben den Titel als Rekord-Grand-Slam-Champion im Laufe seiner Karriere abluchsen wird. „Er wird noch in vielen Endspielen stehen“, prophezeite Djokovic. Für die große spanische Zeitung „El Pais“ ist schon jetzt klar: „Alcaraz gehört bereits zu den Besten.“ Die Sportzeitung „As“ befand: „Ein irrationaler Triumph.“

Debatten um Trainertrennung
Dabei hatte es vor Beginn dieses Tennis-Jahres einige Zweifel an der Verfassung des Spaniers gegeben. Gegen Ende der vergangenen Saison hatte er sich völlig überraschend von seinem Erfolgscoach Juan Carlos Ferrero getrennt. Noch immer ist nicht ganz geklärt, warum es zum Ende der, zumindest von außen her betrachtet, perfekten Zusammenarbeit gekommen ist. Ferrero, der ganz kurz auch den Deutschen Alexander Zverev trainiert hat, macht in Interviews keinen Hehl daraus, dass ihn die Trennung enttäuscht hat. Dem Vernehmen nach soll es um Geld und ein paar Eitelkeiten gegangen sein.

Juan Carlos Ferrero (li.) und Carlos Alcaraz
Juan Carlos Ferrero (li.) und Carlos Alcaraz(Bild: EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON)

  Die große Frage war also, wie Alcaraz mit den vielen Fragen um seine Person und sein neues Trainerteam umgehen würde. „Viele Leute haben über viele Dinge und über meine Verfassung vor dem Turnier gesprochen“, sagte Alcaraz. „Jetzt, wo ich den Titel habe, bin ich glücklich, dass ich sie eines Besseren belehrt habe.“ In Spanien kommentierte „Sport“ das so: „Ein Champion, der auf seine Weise alle Kritiker zum Schweigen bringt.“

Alcaraz macht sich keinen Druck
Nach dem verwandelten Matchball in der Rod Laver Arena und einer freundschaftlichen Umarmung mit Djokovic rannte Alcaraz zu seinem Team und fiel besonders seinem neuen Coach Samuel Lopez um den Hals. Den Namen Ferrero, der ihn zu dem dominanten Spieler geformt hat, der er aktuell ist, nahm er an diesem historischen Abend in Melbourne kein einziges Mal in den Mund. Das Thema Ferrero ist Vergangenheit.

  Doch was bringt die Zukunft? Abgesehen davon, so wenig Spiele wie möglich zu verlieren, hat Alcaraz natürlich weitere sportliche Ziele. Gehört der Grand Slam, also der Sieg bei allen vier wichtigen Turnieren innerhalb eines Jahres dazu? „Das ist eine große Herausforderung“, sagte der Spanier. „Ich möchte mich kurz nach diesem tollen Triumph hier in Melbourne nicht zu sehr unter Druck setzen.“

Frage nach dem Tattoo
Zunächst wolle er seinen ersten Sieg in Melbourne auch ein bisschen genießen. „Tennis ist ein wunderbarer Sport, aber seine schlechte Seite ist, dass es Woche für Woche Turniere gibt. Und deshalb realisiert man manchmal gar nicht, was man gerade geschafft hat“, sagte Alcaraz.

Am Tag nach seinem historischen Triumph konnte er den Titel zumindest noch etwas genießen. Am Royal Exhibition Building posierte Alcaraz mit dem Norman Brookes Challenge Cup. Und dann musste er noch eine ganz wichtige Tradition fortsetzen. Für jeden Grand-Slam-Titel lässt sich der Spanier ein Tattoo stechen. Was also ziert seinen muskulösen Körper in Zukunft als Erinnerung an den historischen Triumph von Melbourne? Auch darauf hatte Alcaraz eine Antwort parat. „Es wird ein kleines Känguru.“

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