Epstein-Dokumente

Weltweite Empörung, aber keine weiteren Anklagen

Ausland
02.02.2026 13:56
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die jüngst veröffentlichten Dokumente aus den Akten zum Fall Jeffrey Epstein sorgen weltweit für Empörung. Zu weiteren Anklagen kommt es aber – vorerst – nicht.

Bei der Prüfung sei nichts gefunden worden, was eine Strafverfolgung ermöglichen würde, sagte der stellvertretende US-Justizminister Todd Blanche dem US-Sender CNN. Die ganze Welt könne sich nun das veröffentlichte Material ansehen und selbst „beurteilen, ob wir uns geirrt haben“, erklärte er. „Es gibt viele schreckliche Fotos, die offenbar von Herrn Epstein oder von Menschen aus seinem Umfeld aufgenommen wurden, aber das erlaubt uns nicht unbedingt, jemanden strafrechtlich zu verfolgen“, sagte Blanche.

„Sind Sie der Teufel höchstpersönlich?“
Das US-Justizministerium hatte am Freitag eine letzte Charge an Ermittlungsakten veröffentlicht. Es sind Millionen Seiten, Tausende Videos und Fotos. In einem Video wird Epstein gefragt, ob er der „Teufel höchstpersönlich“ sei. Der US-Multimillionär, der jahrelang einen Missbrauchsring betrieben hatte, nimmt die Frage offensichtlich nicht ernst. Die Auswertung sämtlicher Dateien durch Medien und Öffentlichkeit dürfte noch mehrere Tage andauern.

Nach aktuellem Stand bleibt der wegen seiner Verbindung zu Epstein tief gefallene, frühere britische Prinz Andrew einer der Wenigen, die durch die Dokumente tatsächlich ihr Leben ändern mussten. Der Bruder von König Charles III. hatte seine Ämter und Würden abgegeben müssen und lebt als Bürgerlicher.

In den neuen Akten taucht auch eine mutmaßliche Korrespondenz zwischen Bill Gates (hier im Bild ...
In den neuen Akten taucht auch eine mutmaßliche Korrespondenz zwischen Bill Gates (hier im Bild gemeinsam mit Ex-Prinz Andrew) und Jeffrey Epstein im Zusammenhang mit Geschlechtskrankheiten auf.(Bild: APA/AFP/House Oversight Democrats/HANDOUT)

Britischer Ex-Botschafter tritt aus Labour-Partei aus
Persönliche Konsequenzen aus dem Skandal zog am späten Sonntagabend der ehemalige britische Botschafter in den USA, Peter Mandelson. Der Politiker kündigte seine Mitgliedschaft in der Labour-Partei. Nach neuen Behauptungen über seine Verbindung zu Epstein wolle er der britischen Regierungspartei „weitere Peinlichkeiten“ ersparen, schrieb er der Nachrichtenagentur PA zufolge in einem Brief an die Partei.

Mandelson war wegen seiner Verbindungen zu Epstein von seinem Botschafter-Posten in den USA abberufen worden. Er war mit dem Amerikaner auch nach Bekanntwerden der Vorwürfe verbunden geblieben. Im Zuge der jüngsten Veröffentlichung von Dokumenten waren weitere Verstrickungen Mandelsons ans Licht gekommen. So soll britischen Medienberichten zufolge aus den Akten hervorgehen, dass Epstein in der Vergangenheit Geld an Mandelson überwiesen habe. Mandelson bezeichnet das als „falsche Behauptungen“.

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