Kritiker: „Beschämend“

Eintritt für Trevi-Brunnen sorgt für Ärger in Rom

Ausland
02.02.2026 13:34
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Besuch des Trevi-Brunnens, eines der bekanntesten Wahrzeichen Roms, ist ab sofort nicht mehr kostenlos: Seit Montag müssen Touristinnen und Touristen zwei Euro bezahlen, wenn sie das berühmte Becken aus nächster Nähe betrachten möchten. Die neue Regelung sorgt in der italienischen Hauptstadt für Unmut und hitzige Diskussionen über die Kommerzialisierung historischer Stätten.

Jährlich strömen rund drei Millionen Menschen zum Trevi-Brunnen, um Münzen über die Schulter ins Wasser zu werfen – ein Aberglaube, der Glück und eine Rückkehr nach Rom verspricht. Mit der Einführung des Eintritts müssen Besucherinnen und Besucher nun Schlange stehen. Das neue Zugangssystem gilt an den meisten Tagen von 9.00 bis 22.00 Uhr, montags und freitags beginnt der Einlass erst um 11.30 Uhr.

Maßnahme aus Sicherheitsgründen
Tickets können direkt am Eingang in der Via della Stamperia per Kreditkarte, an touristischen Informationsstellen oder online im Voraus erworben werden. Vor Ort gibt es separate Warteschlangen für vorab gebuchte Tickets und für Besucherinnen und Besucher, die vor Ort zahlen. Das Aufsichtspersonal kontrolliert den Einlass.

Die Stadt Rom begründet die Maßnahme mit Sicherheitsgründen: Das bisherige Gedränge am Brunnen war wiederholt ein bevorzugtes Ziel für Taschendiebe und führte zu Konflikten zwischen Touristinnen, Touristen und Einheimischen. Zugleich soll die Besuchsqualität verbessert werden.

Kritik an „beschämendem Aufschlag“
Kritiker sehen die Maßnahme hingegen skeptisch. Der italienische Verbraucherschutzverband Codacons bezeichnete die Eintrittskarte als „beschämenden Aufschlag“, der lediglich dazu diene, Haushaltslöcher zu stopfen. Der Verband warnte vor einem Präzedenzfall und fragte, ob künftig auch andere ikonische Orte Roms wie die Spanische Treppe oder die Kaiserforen kostenpflichtig werden könnten. Auch Kunstkritiker und Ex-Kultur-Staatssekretär Vittorio Sgarbi äußerte Kritik an der neuen Regelung.

Nicht nur Trevi-Brunnen kostenpflichtig
Rom ist nicht die erste italienische Stadt, die Eintrittsgelder für beliebte Sehenswürdigkeiten erhebt: Bereits seit 2023 ist der Zugang zum Pantheon kostenpflichtig (fünf Euro), und das Kolosseum erzielte im vergangenen Jahr Einnahmen von rund 100 Millionen Euro bei 14,7 Millionen Besucherinnen und Besuchern. Auch Venedig erhebt seit 2024 Eintritt für Tagesbesucher, mit gestaffelten Tarifen je nach Buchungszeitpunkt.

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