12.07.2017 06:35 |

Kredite und Anleihen

Griechenland-Krise: 1,34 Mrd. € gingen nach Berlin

Kredite und Anleihenkäufe zugunsten Griechenlands haben der "Süddeutschen Zeitung" zufolge Deutschland Gewinne in Höhe von etwa 1,34 Milliarden Euro eingebracht. Das gehe aus Antworten des deutschen Finanzministeriums auf Fragen der Grünen im Bundestag hervor. Die Partei verlangt, dass die Zinsgewinne an Griechenland ausgezahlt werden.

Demnach führte ein Darlehen der staatlichen Förderbank KfW zu Zinsgewinnen in Höhe von 393 Millionen Euro. Der deutsche Gewinnanteil aus einem Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank habe sich seit 2015 auf 952 Millionen Euro summiert.

"Es mag zwar legal sein, dass Deutschland an der Krise in Griechenland verdient. Legitim im moralischen Sinne der Solidarität ist es nicht", zitierte die "Süddeutsche" den Grünen-Budgetexperten Sven-Christian Kindler.

Defizitverfahren gegen Athen wird beendet
Kürzlich hatte der Euro-Rettungsschirm die Auszahlung von weiteren 8,5 Milliarden Euro an Hilfskrediten für das schuldengeplagte Griechenland freigegeben. Zudem wird nun offenbar auch das vor acht Jahren gegen Athen eröffnete Verfahren wegen Verstößen gegen die Defizitregeln der Eurozone beendet. Das berichtete der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble am Dienstag nach einer Sitzung der EU-Wirtschafts- und Finanzminister in Brüssel.

Hintergrund sind die massiven Sparanstrengungen Griechenlands nach Vorgaben der Gläubiger in den Euro-Rettungsprogrammen. 2016 hatte das Land laut der EU-Kommission einen Haushaltsüberschuss von 0,7 Prozent erwirtschaftet. Griechenland ist aber nach wie vor mit rund 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts überschuldet - erlaubt sind höchstens 60 Prozent.

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