Di, 22. Jänner 2019

Österreich-Rundfahrt

04.07.2017 10:03

"Sprachlos!" Doping-Eklat um Wels-Legionär Kvasina

Der kroatische Radprofi Matija Kvasina gehört seit Montagabend nicht mehr dem Fahrerfeld der Österreich-Rundfahrt an. Der 35-Jährige war bei seinem Sieg im Etappenrennen Fleche du Sud in Luxemburg am 26. und 28. Mai positiv auf eine verbotene Substanz getestet worden. Kvasina wurde von der UCI und seinem Team Felbermayr Wels suspendiert.

Andreas Grossek, der Sportliche Leiter des Teams Felbermayr Wels, wurde am Montagabend von Kvasina und wenig später auch vom Radsport-Weltverband (UCI) über das positive Ergebnis der A-Probe Kvasinas informiert. Dem starken Bergfahrer wurde die Einnahme des Präparats Molidustat nachgewiesen, das bei Anämie und chronischem Nierenleiden hilft, wegen der Stimulation der Produktion von EPO und roten Blutkörperchen aber auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) steht. Kvasina droht eine vierjährige Sperre.

"Ich bin sprachlos", sagte Grossek Dienstagfrüh. Er habe Kvasina am Montagabend mit sofortiger Wirkung suspendiert und nach Hause geschickt. Aussagen des Fahrers zu dem Fall und dessen Verantwortung hatte Grossek nach eigenen Angaben nicht. Er habe nicht diskutiert und nicht nachgefragt, sagte der 46-Jährige.

Kvasina hat zwei Wochen Zeit, die Öffnung der B-Probe zu beantragen. Er war von 2013 bis 2015 beim Welser Team Gourmetfein unter Vertrag und ist nach einem Jahr bei Synergy Baku in der heurigen Saison zu den Oberösterreichern zurückgekehrt. Der kroatische Meister im Einzelzeitfahren hat heuer die Bergwertung der Rhone-Alpes-Isere-Tour in Frankreich gewonnen und in der Gesamtwertung des Fleche du Sud triumphiert. Dort wurde er nach dem dritten Rang in der von seinem Teamkollegen Riccardo Zoidl gewonnenen 3. Etappe sowie nach dem Gesamtsieg positiv getestet.

Daniel Repitz, einer der Gesellschafter des Welser Rad-Teams, sprach von "null Toleranz" bei Doping. Der Vertrag Kvasinas sei aufgelöst worden. Zur Frage, ob Kvasina die Einnahme zugegeben habe, wollte Repitz nicht Stellung nehmen.

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