23.04.2017 13:32 |

Duo droht nun Haft

OÖ: Wachsame Standesbeamtin verhindert Scheinehe

Eine aufmerksame Standesbeamtin hat im oberösterreichischen Mattighofen verhindert, dass eine in Salzburg lebende Rumänin (21) und ein Türke (37) ohne Aufenthaltsgenehmigung eine Scheinehe schließen. Sie erkannte die Absichten des Mannes, der durch die Ehe in der EU hätte bleiben dürfen, und alarmierte die Polizei.

Wer den Türken an die EU-Bürgerin aus Rumänien vermittelt hatte, wird derzeit noch ermittelt. Bisher steht so viel fest: Die Rumänin lebte seit geraumer Zeit legal als EU-Bürgerin in der Stadt Salzburg. Der Türke hat keine Aufenthaltsbewilligung. Die zwei einigten sich auf ein "Geschäft", eine Scheinehe, durch die der Mann sich dann ebenfalls rechtens in der EU aufhalten könnte. Was der Rumänin für diesen Deal geboten wurde, ist noch unklar.

Erster Versuch in Salzburg gescheitert
Aus Polizeikreisen heißt es, dass normalerweise zwischen 8000 und 15000 Euro den Besitzer wechseln. Der Rumänin könnten aber auch Sachleistungen in Aussicht gestellt worden sein. Die beiden versuchten es zuerst am Standesamt in der Landeshauptstadt. Dort fand man den Zusammenschluss offenbar auch seltsam, die Eheschließung wurde abgelehnt. Allerdings wurde keine Anzeige erstattet, die Polizei nicht einmal informiert.

Standesbeamtin wurde stutzig
So entschloss sich das Duo, es noch einmal am Standesamt in Mattighofen zu probieren. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass die schlaue Standesbeamtin dort den Schwindel auch sofort erkennt. Der Beamtin kam dabei zugute, dass sie in der Gemeinde auch für das Staatsbürgerschaftswesen verantwortlich ist. Da war sie natürlich bei einem Türken und einer Rumänin sofort stutzig geworden.

Bis zu einem Jahr Haft
Sie lehnte die Eheschließung nicht nur ab, sondern alarmierte auch die Polizei. Diese nahm die Ermittlungen auf und zeigte den Türken und die Rumänin nun wegen des Verdachts der versuchten Eingehung einer "Aufenthaltsehe" an. Das Strafmaß beträgt bis zu einem Jahr Haft beziehungsweise 360 Tagessätze Geldbuße.

Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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