13.04.2017 10:57 |

Transparenz fehlt

Weiterhin Käfighaltungs-Eier in vielen Produkten

Vor Ostern weisen Tierschützer erneut auf die oft zweifelhafte Herkunft von Eiern vor allem in verarbeiteten Produkten sowie im Gastro-Bereich hin. Anders als bei Schaleneiern ist eine Kennzeichnung bei verarbeiteten Eiern nicht verpflichtend. Jedes zweite in Österreich konsumierte Ei wird jedoch von der Lebensmittelindustrie oder dem Hotel- und Gaststättengewerbe verarbeitet und steckt in Produkten wie gefärbten Ostereiern, Backwaren oder in der klassischen Eierspeise. Viele fordern daher seit Jahren eine Kennzeichnung, wie es sie bereits beim Frischei gibt.

"Die Käfighaltung von Legehennen ist leider auch in der EU immer noch Realität", sagt Martina Pluda, Kampagnenleiterin von den "Vier Pfoten". Konventionelle Käfige sind zwar EU-weit seit 2012 verboten, so genannte ausgestaltete Käfige aber erlaubt. In diesen ausgestalteten Käfigen haben die Hühner aber nur geringfügig mehr Platz.

"Konsumenten wollen Klartext"
"Durch die mangelnde Kennzeichnung ist es für den Konsumenten nicht nachvollziehbar, aus welchen Haltungsformen die Eier in verarbeiteten Produkten stammen. Das entspricht aber schon seit langem nicht mehr den Ansprüchen, die Verbraucher an die Lebensmittel stellen, die sie kaufen. Sie verlangen vielmehr Klartext darüber, was sie konsumieren", so Pluda.

Aus für ausgestaltete Käfige ab 2020
Laut einer von der Steirischen Landwirtschaftskammer vor kurzem veröffentlichten marketagent-Studie erwarten sich 84 Prozent der Österreicher, dass bei verarbeiteten Lebensmitteln mit Ei Herkunft und Haltungsform auf der Verpackung stehen. In Österreich werden nur noch geringe Mengen in ausgestalteten Käfigen produziert. Ab 2020 werden diese auch endgültig verboten sein. Schaleneier werden in der Gastronomie fast ausschließlich aus österreichischer Freiland- oder Bodenhaltung bezogen, wie eine Umfrage unter heimischen Gastronomiebetrieben 2016 ergeben hat.

Politik, Industrie und Gastronomen gefragt
Martina Pluda: "Bei verarbeiteten Eiern bzw. bei Produkten mit Flüssigei oder Eipulver sieht das Bild leider schon ganz anders aus. Hier wird wesentlich öfter importiert, und damit kann man die Käfighaltung natürlich nie ausschließen." Abgesehen von der Kennzeichnungs-Forderung an die Politik appellieren die "Vier Pfoten" auch an die Industrie und die Gastronomie, auf Eiprodukte aus tierfreundlicherer Haltung umzusteigen. "Wir erwarten uns von Unternehmen außerdem Transparenz: Sie sollen den Wünschen der Konsumenten folgen und angeben, aus welcher Haltungsform die Eier in ihrer Ware stammt", so Pluda.

Petition für mehr Transparenz unterschreiben!
Auch der Konsument selbst kann einiges tun. "Es ist wichtig, lästig zu sein und sowohl in Restaurants als auch bei Herstellern nach der Herkunft zu fragen", empfiehlt Pluda. "So können wir Verbraucher deutlich machen, was wir wollen und erwarten." Die "Vier Pfoten" haben außerdem bereits vor einigen Jahren eine an das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen gerichtete Petition gestartet.

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