10.04.2017 00:01 |

Familientragödie

Pensionist erwürgt Ehefrau und tötet sich selbst

Familientragödie im oberösterreichischen Kirchdorf an der Krems: Ein 76-jähriger Pensionist erwürgte seine 73-jährige Gattin und erhängte sich dann selbst in der Garage. In der Früh fand die Tochter die beiden Toten. Ihr Vater hatte zudem einen Abschiedsbrief hinterlassen. Er nennt darin zwar kein Motiv, schrieb aber an die Hinterbliebenen: "Es war schlecht, was ich gemacht habe. Ich hoffe, man vergibt mir!"

Schauplatz des Dramas ist eine vielen Tierfreunden bekannte Adresse in Kirchdorf - hat dort doch eine beliebte Veterinärin ihre Ordination und ihre Wohnung. Im selben Haus haben auch ihre Eltern eine Wohnung. Der Vater hatte früher in den Steyrwerken gearbeitet und verbrachte seine Pension in Kirchdorf. Wie es aus Ermittlerkreisen heißt, dürfte es dem 76-Jährigen und seiner 73-jährigen Gattin gesundheitlich nicht allzu gut gegangen sein. Darin könnte auch das Motiv für die Verzweiflungstat liegen.

War gemeinsamer Tod beschlossen?
Wie der Steyrer Staatsanwaltssprecher Andreas Pechatschek gegenüber der "Krone" erklärte, hatte der Pensionist bereits in der Nacht auf Donnerstag seine um drei Jahre jüngere Ehefrau im gemeinsamen Schlafzimmer erwürgt, sie wurde tot im Bett gefunden. Anschließend ging der Mann in die Garage und erhängte sich dort. In der Früh entdeckte die Tochter ihre toten Eltern und schlug Alarm.

Ob die beiden einen gemeinsamen Tod beschlossen hatten oder ob der 76-Jährige seine Gattin erwürgt hatte, um sie nach seinem geplanten Selbstmord nicht allein zurückzulassen, geht aus einem hinterlegten Abschiedsbrief nicht hervor. Auszuschließen ist jedenfalls Fremdverschulden durch eine weitere Person.

Oft kein Motiv für Beziehungstaten
Solche Dramen zwischen Paaren kommen leider immer wieder vor, oft ist dabei kein Motiv erkennbar. So hatte im Mai 2016 ein 85-jähriger Pensionist in Braunau seine Ehefrau (81) durch einen Schuss in den Kopf getötet und sich dann selbst gerichtet. Die Ermittler fanden dort kein Motiv. Das betagte Ehepaar hatte als körperlich fit gegolten, allerdings zurückgezogen gelebt. In Bad Kreuzen hatte erst Anfang März ein 52-jähriger Angestellter seine 34-jährige Lebensgefährtin und dann sich selbst erschossen. Hier vermuteten die Ermittler psychische Probleme als Tat-Auslöser.

Johann Haginger und Jasmin Gaderer, Kronen Zeitung

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